Die Anschläge von Paris

Woche eins nach den grausamen Anschlägen in Paris. Zeit für eine kleine Presseschau:

  • Fefe hat eine schöne Liste zusammengestellt, was unsere Politiker gefordert haben, um auch die letzen Bürgerrechte dem Terror zu opfern.
  • Ein großes Thema ist natürlich wieder die Verschlüsselung, die den Terroristen hilft, welche am Ende allerdings doch lieber SMS schicken. Bei Netzpolitik gibt es einen Artikel, der die Zusammenhänge erklärt. Die gleiche Meinung hatte auch der Journalist Duncan Campbell.
  • Auf einer Metaebene argumentiert der Beitrag von Thomas König bei Zeit Online.

Und zu guter Letzt, weil es so schön ist und vielleicht noch nicht alle mitbekommen haben: Die Bundesregierung hat den CCC (bzw. Frank Rieger als Sprecher) nach einer Krisennummer gefragt.

Aus aktuellem Anlass:

Ich lese Netzpolitik.org seit vielen Jahren und verlinke deren Scoops gerne und häufig!!! (Quelle)

Weitere Infos gibt es unter Netzpolitik.org oder Landesverrat.org und eine schöne Linksammlung bei Bildblog.

Wenn jemand spenden will (ich glaube, sie haben es jetzt nötig):

Inhaber: netzpolitik.org e. V.
Konto: 1149278400
BLZ: 43060967 (GLS Bank)
IBAN: DE62430609671149278400
BIC: GENODEM1GLS
Zweck: Spende netzpolitik.org

The War on Concepts

Bei der Re:publica gab es einen schönen Vortrag von Annie Machon, einer ehemaligen Mitarbeiterin des MI:5 und Whistleblowering. Es geht dabei um die Kriege, die gegen Konzepte wie Drogen, Terror, Whistleblower usw. geführt werden. Der Vortrag erklärt die Zusammenhänge zwischen den Kriegen in den letzten Jahren im Irak und Afghanistan in Verbindung mit der Überwachung des Internets und dem Kampf gegen Drogen, der komplett wirkungslos ist und einzelne Länder zurück in die Steinzeit bombt.

Heute ist ein trauriger Tag für alle Netzaktivisten

… und ein guter Tag auf dem Weg zum Polizeistaat. Es ist beschlossen, dass die Vorratsdatenspeicherung wieder eingeführt wird. Damit werden ohne Anlass alle Verbindungsdaten von Telefonen gespeichert. Eine gute Übersicht mit vielen Meinungen dazu hat Netzpolitik.org zusammengestellt. Beim Spiegel gibt es ebenfalls noch einen aktuellen Artikel zum Thema und ebenfalls bei Netzpolitik eine Übersicht über die neuen Pläne. Achtet auf den Tweet links oben. Was da steht, ist natürlich immer noch richtig, aber unser Justizminister hat seine Meinung komplett geändert oder konnte dem Druck der Law and Order Fraktion nicht mehr standhalten.

Was auch nicht vergessen werden darf: Es hilft, Initiativen wie Netzpolitik.org oder auch dem CCC zu spenden. Dadurch können diese Organisationen gegen solche Gesetze vorgehen und eine Lobby aufbauen, um unsere Meinung zu vertreten.

Neue Studie zu Datenspuren im Internet

Bei Heise Online wird eine interessante Studie vorgestellt. Dabei wurde untersucht, was es mit dem globalen Datenhandel so auf sich hat und welche Firmen mitmischen. Aufschrecken sollte, dass in der Datenbank eines amerikanischen Konzerns auch Daten über 44 Millionen Deutsche vorhanden sind, was nach deutschen Recht nicht legal wäre und dass die Daten inzwischen auch für die Preisgestaltung von Online-Shops genutzt werden. Die Spanne bei den Preisen liegen laut Text bei über 150%.

Urteil zu Website-Nutzer-Stalking-Programm Piwik

Wenn Websitebetreiber das Analysetool Piwik (Eigenwerbung) einsetzen, müssen sie deutlich erkennbar darauf hinweisen und eine Opt-Out-Möglichkeit bieten. Das IT-Informationsportal Golem schreibt in einem lesenwerten Artikel:

[…]

Das Datenzentrum kam zu dem Schluss: „Die Wiedererkennbarkeit von Internetnutzern hängt zudem nicht unbedingt an der IP-Adresse, sondern kann mit überraschend großer Zuverlässigkeit auch über andere Werte vorgenommen werden.“

In seinem Urteil übernimmt das Gericht diese Auffassung. Aufgrund dieser Piwik-Funktion müsse der Webseitenbetreiber deutlich auf die Widerspruchsmöglichkeit der Analyse hinweisen, schreiben die Richter. Möglich sei ein Pop-up oder ein „deutlich hervorgehobener Hinweis mit einem Hyperlink auf der Startseite“. Es sei nicht ausreichend, wie im konkreten Fall, die Datenschutzbestimmungen auf der Kontaktseite zu platzieren. Laut Datenschutzzentrum Schleswig-Holstein wird der Widerspruch bei Piwik „in Form eines Opt-out-Cookies abgelegt, so dass beispielsweise nach einem Löschen aller Cookies das Opt-out erneut erklärt werden muss.“

[…]

Hinweise des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein

Die FLOSSI wird nie ihre Besucher oder Mitglieder derart ausspionieren.

Wir haben die Atombombe erfunden und keiner merkt es

Gestern Abend lief bei der ARD in der Sendung „Titel Thesen Temperamente“ ein schöner Film über Künstliche Intelligenz und vor allem die damit mögliche Auswertung von großen Datenmengen.

Für alle, die sich näher mit dem Thema befassen wollen, empfehlen wir die Artikelserie How to Analyze everyone. Hier wird erklärt, wie große Firmen und Geheimdienste Daten auswerten und somit unser Verhalten analysieren und in die Zukunft schauen können:

Best of Chaos Communication Congress / 30C3 Recordings

Vom 27. bis 30. Dezember 2013 fand der 30. Chaos Communication Congress statt (wir berichteten). Viele der Vorträge wurden aufgezeichnet und mittlerweile im Internet zur Verfügung gestellt, die meisten davon sogar mit zwei Audiospuren (Deutsch und Englisch), denn die Dolmetsch-Engel waren dieses Mal besonders fleißig. Hier kommen nun einige Empfehlungen zum Ansehen und Anhören:

Eine ausführlichere Beschreibung des jeweiligen Vortrags findet man unter dem Link hinter „About“.

Sollte die „falsche“ Sprache abgespielt werden, empfiehlt es sich, die Videodatei herunterzuladen (Link hinter „Original File“) und ggf. in den Einstellungen des Videoplayers die Sprache umzuschalten.