Freie Software in Schulen, Universitäten und weitere öffentliche Einrichtungen!

Richard Stallman hat in seinem Vortrag auf dem 31C3 u. a. dargelegt, warum insbesondere Schulen ausschließlich freie Software einsetzen sollten, damit sich eine frei denkende, demokratisch agierende Gesellschaft entwickeln kann. Sehr sehenswert und passend zu den hier kürzlich verlinkten Erläuterungen von Julian Assange zu Kulturimperialismus:

Assange: They are also exporting a specific mindset of culture. You can use the old term of „cultural imperialism“ or call it the „Disneylandization“ of the Internet. Maybe „digital colonization“ is the best terminology.

SPIEGEL: What does this „colonization“ look like?

Assange: These corporations establish new societal rules about what activities are permitted and what information can be transmitted. Right down to how much nipple you can show. Down to really basic matters, which are normally a function of public debate and parliaments making laws. Once something becomes sufficiently controversial, it’s banned by these organizations. Or, even if it is not so controversial, but it affects the interests that they’re close to, then it’s banned or partially banned or just not promoted.

SPIEGEL: So in the long run, cultural diversity is endangered?

Assange: The long-term effect is a tendency towards conformity, because controversy is eliminated. An American mindset is being fostered and spread to the rest of the world because they find this mindset to be uncontroversial among themselves. That is literally a type of digital colonialism; non-US cultures are being colonized by a mindset of what is tolerable to the staff and investors of a few Silicon Valley companies. The cultural standard of what is a taboo and what is not becomes a US standard, where US exceptionalism is uncontroversial.

Es gibt bereits weltweit gar nicht so wenige öffentliche Einrichtungen, die mit gutem Beispiel vorangehen und freie Software einsetzen. Mehr davon!

Leider gehört unsere Uni nicht dazu. In den Poolräumen wird man von Malware gegängelt (Windows), überteuerte heiße Luft aus dem Marketinggebläse Apple wird besonders gefördert, den Studis im FB 4 werden M$-Produkte (gegen Preisgabe personenbezogener Daten) ins Gesäß geschoben (Kompatibilitätsprobleme stets inbegriffen) und Softwarebedarfe von Studis für das Studium werden allzu gern ignoriert. Nebenbei leiden die Institute darunter, dass sie Lizenzen für allerlei kommerzielle Software verwalten und bezahlen müssen, weil das RZ den Mitarbeitern keinen Support für freie Software anbieten will.

Schluss mit unbenutzbarem, datenhungrigem Firlefanz, unnötigen Kosten, Abhängigkeiten und Bevormundung! Freie Software für freie Menschen von Anfang an – erst recht in allen Bildungs- und Forschungseinrichtungen!

 

Heute ist ein trauriger Tag für alle Netzaktivisten

… und ein guter Tag auf dem Weg zum Polizeistaat. Es ist beschlossen, dass die Vorratsdatenspeicherung wieder eingeführt wird. Damit werden ohne Anlass alle Verbindungsdaten von Telefonen gespeichert. Eine gute Übersicht mit vielen Meinungen dazu hat Netzpolitik.org zusammengestellt. Beim Spiegel gibt es ebenfalls noch einen aktuellen Artikel zum Thema und ebenfalls bei Netzpolitik eine Übersicht über die neuen Pläne. Achtet auf den Tweet links oben. Was da steht, ist natürlich immer noch richtig, aber unser Justizminister hat seine Meinung komplett geändert oder konnte dem Druck der Law and Order Fraktion nicht mehr standhalten.

Was auch nicht vergessen werden darf: Es hilft, Initiativen wie Netzpolitik.org oder auch dem CCC zu spenden. Dadurch können diese Organisationen gegen solche Gesetze vorgehen und eine Lobby aufbauen, um unsere Meinung zu vertreten.

Mimi and Eunice

Die Künstlerin Nina Paley ist die Zeichnerin der Comics mit Mimi und Eunice. Diese sind völlig frei verwendbar. Die beiden gnubbeligen Figuren stellen insbesondere das geltende Copyright in Frage, widmen sich aber auch oft anderen sozialen oder gesellschaftspolitischen Themen. Stöbert selbst im Comicblog!
Exploitation
Auch in den „Minute Meme“-Videos tauchen Mimi und Eunice auf, z. B. in „Copying is not Theft„.

Die Angst vor Google

Bei der FAZ gibt es zurzeit einen sehr interessanten Briefwechsel. Es fing damit an, dass Rober Maier, ein deutscher Internetunternehmer, Die Angst vor Google beschreibt. Daraufhin folgte eine Antwort von Eric Schmidt, dem Chef von Google. Zu guter letzt gab es letzte Woche einen weiteren Offenen Brief von Mathias Döpfner, dem Chef des Axel Springer Verlags. Ich bin zwar persönlich auch kein großer Freund vom Axel Springer Verlag, aber der Döpfner ist nicht dumm. Es gibt da auch ein sehr interessantes Gespräch mit ihm bei Alternativlos.
Bei den Artikeln geht es weniger um Datenschutz, das häufigste Thema bei solchen Artikeln. Vielmehr geht es darum, wie Google sein Monopol in der Suche ausbaut, z.B. dadurch, dass sie ein Soziales Netzwerk anbieten oder ein Betriebssystem für Smartphones. Ein wenig komisch wirkt, dass auch das Unternehmen von Maier zu Axel Springer gehört. Deshalb wirkt es ein wenig wie Streit zwischen Axel Springer und Google. Aber die Argumente, die die beiden vorbringen betreffen nicht nur Axel Springer, deshalb ein sehr lesenswerter Text, gerade für Nutzer der Dienste von Google.

Wenn ihr lieber andere Suchmaschinen ausprobieren wollt, schaut mal DuckDuckGo oder Ixquick an.

Best of Chaos Communication Congress / 30C3 Recordings

Vom 27. bis 30. Dezember 2013 fand der 30. Chaos Communication Congress statt (wir berichteten). Viele der Vorträge wurden aufgezeichnet und mittlerweile im Internet zur Verfügung gestellt, die meisten davon sogar mit zwei Audiospuren (Deutsch und Englisch), denn die Dolmetsch-Engel waren dieses Mal besonders fleißig. Hier kommen nun einige Empfehlungen zum Ansehen und Anhören:

Eine ausführlichere Beschreibung des jeweiligen Vortrags findet man unter dem Link hinter „About“.

Sollte die „falsche“ Sprache abgespielt werden, empfiehlt es sich, die Videodatei herunterzuladen (Link hinter „Original File“) und ggf. in den Einstellungen des Videoplayers die Sprache umzuschalten.

Kooperation mit netzkulturellem Projekt „Internet & Tacos“

Die FLOSSI wird voraussichtlich mit dem Projekt „Internet & Tacos – Raum für digitale Kultur und Netzpolitik“ kooperieren. Dieses findet im November 2013 statt und beeinhaltet verschiedene Veranstaltungen in einem Ladenlokal der Hildesheimer Innnenstadt. Wer Lust hat, sich in irgendeiner Form dabei einzubringen, melde sich bitte ebenso form- wie hemmungslos! Details kennen wir selbst noch nicht, werden aber zu gegebener Zeit hier berichten. Zwischenzeitlich suchen die Veranstalter erst mal Hardware.