Zum Layouten: Scribus

Scribus Screenshot

Ihr seid noch auf der Suche nach einem Layoutprogramm? Vielleicht lohnt es sich, einen Blick auf „Scribus“ zu werfen. Scribus ist ein freies Open-Source-Programm, mit dem Buchstaben und Bilder genau an die Stellen gelegt werden können, wo sie auf dem Papier auftauchen sollen. Die Schriftarten lassen sich sehr gut anpassen und verändern, sodass zum Beispiel die Schriftzeichen besonders langgestreckt oder gestaucht werden können, oder dass die Abstände zwischen jedem Zeichen vergrößert oder verkleinert werden können. Von seinen Möglichkeiten her ist es für alle Gestalter und Gestalterinnen interessant, die schon immer einmal ein richtiges Layoutprogramm ausprobieren wollen, bisher aber vor den hohen Kosten der proprietären Adobe-Software zurückgewichen sind. Wer bisher mit GIMP gearbeitet hat, dem könnte die aufgeräumte Programmoberfläche auffallen, da Scribus sich komplett auf das Layouten fokussiert und keine Bildbearbeitung sein soll.

Weitere Infos gibt es beim Wikipedia-Eintrag von Scribus.

Die Systemvoraussetzungen sind erfreulicherweise auch für ältere Computer erreichbar, doch die Installation könnte etwas länger dauern. Auf einem 16 Jahre alten Desktop-PC mit dem Linux-Betriebssystem Salix OS dauerte die Installation 3,5 Stunden, sodass Linux seine große Zuverlässigkeit zur Schau stellen konnte, da der Kompilierungsvorgang natürlich auf Anhieb erfolgreich war.

Hier ist der Download-Link, unter dem Scribus kostenlos heruntergeladen werden kann.

Ergebnisprotokoll der Arbeitsfahrt der Free-/Libre-Open-Source-Software-Initiative („FLOSSI“) vom 26.12.2014 bis 02.01.2015

Die FLOSSI berichtet im Folgenden von den Aktivitäten auf ihrer Exkursion zum 31. Jahreskongress des Vereins Chaos Computer Club („31C3“).

Der Kongress fand im Congress Center Hamburg statt und hatte etwa 12.000 interessierte Besucher, die sich internationale Vorträge anhören, an Workshops teilnehmen und bei Vorführungen und Ausstellungen („Assemblys“) hautnah dabei sein konnten. Die FLOSSI war nun Teil des Geschehens und hat die Kongresstage genutzt, um sich weiterzubilden. So wurde z. B. in einem Vortrag von Jacob Appelbaum und Laura Poitras auf die E-Mail-Verschlüsselung mit PGP eingegangen, die daraufhin bei einem FLOSSI-Treffen im Januar erfolgreich ausprobiert wurde. Damit ist es den Mitgliedern der FLOSSI nun möglich, verschlüsselt über das Internet zu kommunizieren! Interessierte Gäste der Initiative können mit Hilfe der FLOSSI ebenfalls E-Mail-Verschlüsselung für sich einrichten.

Einer der besonders inspirierenden und einzigartigen Vorträge war jener von Richard Stallman, einem der Urväter der Freie-Software-Bewegung. Wenn Personen wie Stallman in den Achtziger Jahren nicht die Offenlegung der Quellcodes von Programmen gefordert und selbst freie Software entwickelt hätten, würde es Vereinigungen wie die FLOSSI wahrscheinlich nicht geben. Stallmans Vortrag „Freedom in your computer and in the net“ hat uns in unseren Positionen zu Linux bestärkt. Die FLOSSI wird jetzt noch präziser in ihrem Wissensbereich agieren können, auch durch Stallmans kritischen Fingerzeig in Richtung der proprietären Software. Übrigens war dieser Vortrag (wie die meisten) auf Englisch, sodass jedes FLOSSI-Mitglied seine Englischkenntnisse auffrischen konnte.

Neben den Vorträgen haben die Assemblys, die im Erdgeschoss des Kongresszentrums durch bunte, blinkende LED-Lichter untermalt wurden und teilweise über das ausgeklügelte mobile Rohrpostsystem in Verbindung standen, auch einen großen Eindruck in der FLOSSI hinterlassen. Auf die Idee, eine eigene LED-Lichterkette zum Blinken zu bringen, sind einzelne Mitglieder der FLOSSI dann schnell gekommen, sodass noch auf dem Kongress ein „Arduino“ (Bastelplatine, die z.B. für die Steuerung der LEDs) erworben wurde. Dieser wurde auch bereits bei einem FLOSSI-Treffen zum Laufen gebracht; erste Versuche mit einer blinkenden LED brachten hübsche Ergebnisse.

Der 31C3 war für mehrere FLOSSI-Mitglieder ihre erste große Kongressveranstaltung, bei der eine Unmenge an neuem Wissen erworben wurde, was gleich in neue Projekte der FLOSSI und die Betreuung ihrer Gäste eingeflossen ist. Die FLOSSI wird in Zukunft die Entwicklungen in der IT-Industrie und „Sicherheits“politik noch kritischer beobachten und Studenten umso mehr helfen, das Bestmögliche aus ihren Computern herauszuholen.
Zusammengefasst hat die FLOSSI
– etliche hervorragende Vorträge gesehen (Technik, Politik, Kunst, Kultur, auf Englisch und Deutsch)
– unglaublich inspirierende politische wie technische Projekte (oft „in Aktion“) beobachten dürfen
– Workshops besucht
– vernetzende und informierende Gespräche geführt, z. B. bei den Assemblys – viele Empfehlungen zum nachhören und nachgucken bekommen
– durch Verstreuung der Mitglieder auf dem Kongress später einander Bericht erstatten und so noch mehr mitnehmen können
– den Teamzusammenhalt gestärkt
– optimale Weiterbildung für die technische und politische Betreuung der Gäste auf unseren eigenen Veranstaltungen erhalten
– einschlägiges Informationsmaterial zum weitergeben mitgenommen
– spannende Details gelernt, welche die aktuell laufende Vortragsvideoreihe des Referats Politische Bildung insbesondere jeweils im Diskussionsteil sehr bereichern

Insgesamt war die FLOSSI sehr begeistert vom Kongress und empfiehlt das Event unbedingt weiter. Ein weiterer Bericht ist auf unserer Webseite weiter unten zu finden.

Patente

Auf Arte lief letztens unter dem Titel Krieg der Patente ein sehr schöner Film über Patente. Dabei geht es darum, wozu Patente früher eigentlich gedacht waren und gleichzeitig auch darum, was viele Konzerne, insbesondere in der Pharma- und Softwareindustrie mit ihnen machen. Das Ganze betrifft natürlich auch die Frage nach dem Geistigen Eigentum und der Open-Source-Bewegung. Den Film gibt es leider nicht mehr in der Mediathek von Arte, aber ein netter Mensch hat ihn auf Youtube hochgeladen.

Mimi and Eunice

Die Künstlerin Nina Paley ist die Zeichnerin der Comics mit Mimi und Eunice. Diese sind völlig frei verwendbar. Die beiden gnubbeligen Figuren stellen insbesondere das geltende Copyright in Frage, widmen sich aber auch oft anderen sozialen oder gesellschaftspolitischen Themen. Stöbert selbst im Comicblog!
Exploitation
Auch in den „Minute Meme“-Videos tauchen Mimi und Eunice auf, z. B. in „Copying is not Theft„.