Ergebnisprotokoll der Arbeitsfahrt der Free-/Libre-Open-Source-Software-Initiative („FLOSSI“) vom 26.12.2014 bis 02.01.2015

Die FLOSSI berichtet im Folgenden von den Aktivitäten auf ihrer Exkursion zum 31. Jahreskongress des Vereins Chaos Computer Club („31C3“).

Der Kongress fand im Congress Center Hamburg statt und hatte etwa 12.000 interessierte Besucher, die sich internationale Vorträge anhören, an Workshops teilnehmen und bei Vorführungen und Ausstellungen („Assemblys“) hautnah dabei sein konnten. Die FLOSSI war nun Teil des Geschehens und hat die Kongresstage genutzt, um sich weiterzubilden. So wurde z. B. in einem Vortrag von Jacob Appelbaum und Laura Poitras auf die E-Mail-Verschlüsselung mit PGP eingegangen, die daraufhin bei einem FLOSSI-Treffen im Januar erfolgreich ausprobiert wurde. Damit ist es den Mitgliedern der FLOSSI nun möglich, verschlüsselt über das Internet zu kommunizieren! Interessierte Gäste der Initiative können mit Hilfe der FLOSSI ebenfalls E-Mail-Verschlüsselung für sich einrichten.

Einer der besonders inspirierenden und einzigartigen Vorträge war jener von Richard Stallman, einem der Urväter der Freie-Software-Bewegung. Wenn Personen wie Stallman in den Achtziger Jahren nicht die Offenlegung der Quellcodes von Programmen gefordert und selbst freie Software entwickelt hätten, würde es Vereinigungen wie die FLOSSI wahrscheinlich nicht geben. Stallmans Vortrag „Freedom in your computer and in the net“ hat uns in unseren Positionen zu Linux bestärkt. Die FLOSSI wird jetzt noch präziser in ihrem Wissensbereich agieren können, auch durch Stallmans kritischen Fingerzeig in Richtung der proprietären Software. Übrigens war dieser Vortrag (wie die meisten) auf Englisch, sodass jedes FLOSSI-Mitglied seine Englischkenntnisse auffrischen konnte.

Neben den Vorträgen haben die Assemblys, die im Erdgeschoss des Kongresszentrums durch bunte, blinkende LED-Lichter untermalt wurden und teilweise über das ausgeklügelte mobile Rohrpostsystem in Verbindung standen, auch einen großen Eindruck in der FLOSSI hinterlassen. Auf die Idee, eine eigene LED-Lichterkette zum Blinken zu bringen, sind einzelne Mitglieder der FLOSSI dann schnell gekommen, sodass noch auf dem Kongress ein „Arduino“ (Bastelplatine, die z.B. für die Steuerung der LEDs) erworben wurde. Dieser wurde auch bereits bei einem FLOSSI-Treffen zum Laufen gebracht; erste Versuche mit einer blinkenden LED brachten hübsche Ergebnisse.

Der 31C3 war für mehrere FLOSSI-Mitglieder ihre erste große Kongressveranstaltung, bei der eine Unmenge an neuem Wissen erworben wurde, was gleich in neue Projekte der FLOSSI und die Betreuung ihrer Gäste eingeflossen ist. Die FLOSSI wird in Zukunft die Entwicklungen in der IT-Industrie und „Sicherheits“politik noch kritischer beobachten und Studenten umso mehr helfen, das Bestmögliche aus ihren Computern herauszuholen.
Zusammengefasst hat die FLOSSI
– etliche hervorragende Vorträge gesehen (Technik, Politik, Kunst, Kultur, auf Englisch und Deutsch)
– unglaublich inspirierende politische wie technische Projekte (oft „in Aktion“) beobachten dürfen
– Workshops besucht
– vernetzende und informierende Gespräche geführt, z. B. bei den Assemblys – viele Empfehlungen zum nachhören und nachgucken bekommen
– durch Verstreuung der Mitglieder auf dem Kongress später einander Bericht erstatten und so noch mehr mitnehmen können
– den Teamzusammenhalt gestärkt
– optimale Weiterbildung für die technische und politische Betreuung der Gäste auf unseren eigenen Veranstaltungen erhalten
– einschlägiges Informationsmaterial zum weitergeben mitgenommen
– spannende Details gelernt, welche die aktuell laufende Vortragsvideoreihe des Referats Politische Bildung insbesondere jeweils im Diskussionsteil sehr bereichern

Insgesamt war die FLOSSI sehr begeistert vom Kongress und empfiehlt das Event unbedingt weiter. Ein weiterer Bericht ist auf unserer Webseite weiter unten zu finden.

Mimi and Eunice

Die Künstlerin Nina Paley ist die Zeichnerin der Comics mit Mimi und Eunice. Diese sind völlig frei verwendbar. Die beiden gnubbeligen Figuren stellen insbesondere das geltende Copyright in Frage, widmen sich aber auch oft anderen sozialen oder gesellschaftspolitischen Themen. Stöbert selbst im Comicblog!
Exploitation
Auch in den „Minute Meme“-Videos tauchen Mimi und Eunice auf, z. B. in „Copying is not Theft„.

FLOSSI-Linux-Install-Party am 3. Juni

Am Dienstag der 23. Kalenderwoche des Jahres 2014 ist es wieder so weit: Die FLOSSI widmet sich ausführlich der Neu- und Wiederbelebung eurer Rechner! Wer schon immer mal wissen wollte, wie das mit dem Betriebssystemumstieg geht, ein altes Gerät mit unserer Hilfe flottmachen will oder z. B. Linux neben Windows auf demselben Laptop ausprobieren will, ist bei der FLIP genau richtig.

Alle Software, die das Studi-Herz begehrt und benötigt, gibt es genauso kostenlos dazu!

Sichert ggf. vor eurem Besuch noch eure Daten von dem entsprechenden Gerät. Zwar geht davon fast nie was beim Installieren kaputt, aber man soll ja nie nie sagen. Falls ihr damit schon Schwierigkeiten habt, macht das nichts, wenn ihr nur eine externe Festplatte mitbringt und frühzeitig erscheint (denn Daten kopieren kann dauern).

Wir erwarten euch und eure installationsbedürftigen Geräte am Dienstag, den 03.06. ab 16 Uhr (offenes Ende) im Studcafbereich bei Hörsaal 1. Dank Leinwand dürften wir nicht zu übersehen sein. 😉

Knabberzeug stellen wir bereit. Für Getränke bitte lieber selbst sorgen, weil wir den Bedarf schlecht vorhersehen können und deswegen nur ein sehr eingeschränktes Angebot mitbringen.

Übrigens wird gemunkelt, dass auch das eine oder andere Spiel für Unterhaltung sorgen soll …

 

re:publica 2014

Letzte Woche fand in Berlin die re:publica 2014 statt. Die re:publica ist eine Konferenz rund um das Internet, es gibt Vorträge usw. Das Schöne ist, dass alle Vorträge inzwischen auf Youtube hochgeladen wurden und frei verfügbar sind.

Ich möchte euch auf zwei Vorträge hinweisen:

Moriz Metz – Wo das Internet lebt

Bei diesem Vortrag reist der Journalist Moritz Metz um die Welt und fotographiert Orte, die wichtig für die Infrastruktur sind. Er besucht z.B. Rechenzentren und die Konzernzentralen von Facebook und Google. Schöne Photos und man lernt auch ein bisschen was darüber, wie das Internet eigentlich funktioniert.

Friedemann Karig – Überwachung macht impotent

Friedemann Karig redet über neue Narrative für Überwachung und wie das Thema besser in der Gesellschaft verankert werden kann. Auch sehr empfehlenswert für Menschen, die (nach eigener Einschätzung) nichts zu verbergen haben.

Internationaler Tag gegen DRM

… war zwar schon gestern, aber das Thema ist immer noch aktuell.

DRM (Digital Rights Management) wird sehr häufig bei digitalen Produkten wie e-Books, MP3s und Filmen eingesetzt. Durch diese Einschränkungen können diese Produkte häufig nicht beliebig oft kopiert werden. Dies nutzt allerdings nur der Industrie. Ihr als Nutzer kauft quasi ein Produkt, das defekt ist, weil ihr es nicht uneingeschränkt nutzen könnt. Weitere Informationen findet ihr, indem ihr auf das Bild klickt:

Urteil zu Website-Nutzer-Stalking-Programm Piwik

Wenn Websitebetreiber das Analysetool Piwik (Eigenwerbung) einsetzen, müssen sie deutlich erkennbar darauf hinweisen und eine Opt-Out-Möglichkeit bieten. Das IT-Informationsportal Golem schreibt in einem lesenwerten Artikel:

[…]

Das Datenzentrum kam zu dem Schluss: „Die Wiedererkennbarkeit von Internetnutzern hängt zudem nicht unbedingt an der IP-Adresse, sondern kann mit überraschend großer Zuverlässigkeit auch über andere Werte vorgenommen werden.“

In seinem Urteil übernimmt das Gericht diese Auffassung. Aufgrund dieser Piwik-Funktion müsse der Webseitenbetreiber deutlich auf die Widerspruchsmöglichkeit der Analyse hinweisen, schreiben die Richter. Möglich sei ein Pop-up oder ein „deutlich hervorgehobener Hinweis mit einem Hyperlink auf der Startseite“. Es sei nicht ausreichend, wie im konkreten Fall, die Datenschutzbestimmungen auf der Kontaktseite zu platzieren. Laut Datenschutzzentrum Schleswig-Holstein wird der Widerspruch bei Piwik „in Form eines Opt-out-Cookies abgelegt, so dass beispielsweise nach einem Löschen aller Cookies das Opt-out erneut erklärt werden muss.“

[…]

Hinweise des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein

Die FLOSSI wird nie ihre Besucher oder Mitglieder derart ausspionieren.

Best of Chaos Communication Congress / 30C3 Recordings

Vom 27. bis 30. Dezember 2013 fand der 30. Chaos Communication Congress statt (wir berichteten). Viele der Vorträge wurden aufgezeichnet und mittlerweile im Internet zur Verfügung gestellt, die meisten davon sogar mit zwei Audiospuren (Deutsch und Englisch), denn die Dolmetsch-Engel waren dieses Mal besonders fleißig. Hier kommen nun einige Empfehlungen zum Ansehen und Anhören:

Eine ausführlichere Beschreibung des jeweiligen Vortrags findet man unter dem Link hinter „About“.

Sollte die „falsche“ Sprache abgespielt werden, empfiehlt es sich, die Videodatei herunterzuladen (Link hinter „Original File“) und ggf. in den Einstellungen des Videoplayers die Sprache umzuschalten.