Zum Layouten: Scribus

Scribus Screenshot

Ihr seid noch auf der Suche nach einem Layoutprogramm? Vielleicht lohnt es sich, einen Blick auf „Scribus“ zu werfen. Scribus ist ein freies Open-Source-Programm, mit dem Buchstaben und Bilder genau an die Stellen gelegt werden können, wo sie auf dem Papier auftauchen sollen. Die Schriftarten lassen sich sehr gut anpassen und verändern, sodass zum Beispiel die Schriftzeichen besonders langgestreckt oder gestaucht werden können, oder dass die Abstände zwischen jedem Zeichen vergrößert oder verkleinert werden können. Von seinen Möglichkeiten her ist es für alle Gestalter und Gestalterinnen interessant, die schon immer einmal ein richtiges Layoutprogramm ausprobieren wollen, bisher aber vor den hohen Kosten der proprietären Adobe-Software zurückgewichen sind. Wer bisher mit GIMP gearbeitet hat, dem könnte die aufgeräumte Programmoberfläche auffallen, da Scribus sich komplett auf das Layouten fokussiert und keine Bildbearbeitung sein soll.

Weitere Infos gibt es beim Wikipedia-Eintrag von Scribus.

Die Systemvoraussetzungen sind erfreulicherweise auch für ältere Computer erreichbar, doch die Installation könnte etwas länger dauern. Auf einem 16 Jahre alten Desktop-PC mit dem Linux-Betriebssystem Salix OS dauerte die Installation 3,5 Stunden, sodass Linux seine große Zuverlässigkeit zur Schau stellen konnte, da der Kompilierungsvorgang natürlich auf Anhieb erfolgreich war.

Hier ist der Download-Link, unter dem Scribus kostenlos heruntergeladen werden kann.

Freie Software in Schulen, Universitäten und weitere öffentliche Einrichtungen!

Richard Stallman hat in seinem Vortrag auf dem 31C3 u. a. dargelegt, warum insbesondere Schulen ausschließlich freie Software einsetzen sollten, damit sich eine frei denkende, demokratisch agierende Gesellschaft entwickeln kann. Sehr sehenswert und passend zu den hier kürzlich verlinkten Erläuterungen von Julian Assange zu Kulturimperialismus:

Assange: They are also exporting a specific mindset of culture. You can use the old term of „cultural imperialism“ or call it the „Disneylandization“ of the Internet. Maybe „digital colonization“ is the best terminology.

SPIEGEL: What does this „colonization“ look like?

Assange: These corporations establish new societal rules about what activities are permitted and what information can be transmitted. Right down to how much nipple you can show. Down to really basic matters, which are normally a function of public debate and parliaments making laws. Once something becomes sufficiently controversial, it’s banned by these organizations. Or, even if it is not so controversial, but it affects the interests that they’re close to, then it’s banned or partially banned or just not promoted.

SPIEGEL: So in the long run, cultural diversity is endangered?

Assange: The long-term effect is a tendency towards conformity, because controversy is eliminated. An American mindset is being fostered and spread to the rest of the world because they find this mindset to be uncontroversial among themselves. That is literally a type of digital colonialism; non-US cultures are being colonized by a mindset of what is tolerable to the staff and investors of a few Silicon Valley companies. The cultural standard of what is a taboo and what is not becomes a US standard, where US exceptionalism is uncontroversial.

Es gibt bereits weltweit gar nicht so wenige öffentliche Einrichtungen, die mit gutem Beispiel vorangehen und freie Software einsetzen. Mehr davon!

Leider gehört unsere Uni nicht dazu. In den Poolräumen wird man von Malware gegängelt (Windows), überteuerte heiße Luft aus dem Marketinggebläse Apple wird besonders gefördert, den Studis im FB 4 werden M$-Produkte (gegen Preisgabe personenbezogener Daten) ins Gesäß geschoben (Kompatibilitätsprobleme stets inbegriffen) und Softwarebedarfe von Studis für das Studium werden allzu gern ignoriert. Nebenbei leiden die Institute darunter, dass sie Lizenzen für allerlei kommerzielle Software verwalten und bezahlen müssen, weil das RZ den Mitarbeitern keinen Support für freie Software anbieten will.

Schluss mit unbenutzbarem, datenhungrigem Firlefanz, unnötigen Kosten, Abhängigkeiten und Bevormundung! Freie Software für freie Menschen von Anfang an – erst recht in allen Bildungs- und Forschungseinrichtungen!