facebookschweine

„Achte deine Daten selbst, wenn du willst, dass andere deine Daten achten sollen!“

„Eine der wichtigsten Tugenden im digitalen Leben, die täglich seltener wird, ist die Verschwiegenheit.“

„Es ist besser, Microsoft und Apple mit Stumpf und Stil auszurotten als ewig zu flicken und nie ein vollkommenes Ganzes zustande zu bringen.“

„Die Menschen sind nicht halb so gut wie ihre Facebookseite sie darstellt
und nicht halb so schlecht wie die Shitstorms behaupten.“

„Das Internet ist so groß, dass eine Menge Narren nebeneinander darin Platz hat.“

„Die Kunst des Umgangs im Chat-Raum besteht darin, sich geltend zu machen, ohne andere unerlaubt zurückzudrängen.“

„Sei aber nicht gar zu sehr ein Sklave der Likes, Klicks, Views oder Kommentare. Sei selbständig. Was kümmert Dich am Ende das Urteil der ganzen Welt, wenn Du tust, was Du nach Pflicht und Gewissen und nach Deiner redlichen Überzeugung tun sollst?“

 

Fremde Daten

Datenschutz geht alle an – auch diejenigen, die von sich selbst alles preiszugeben bereit sind. Denn immer kommt man auch mit Daten von und über andere(n) Menschen in Kontakt. Mit diesen Daten gilt es vernünftig umzugehen, so fordern es Gesetz und Anstand (z. T. auch als Netiquette bekannt). Dies soll hier anhand einiger Beispiele verdeutlicht werden.

E-Mail

Versende keine persönlichen Daten und private Informationen unverschlüsselt ohne Einverständnis der Betroffenen.

Wenn du an mehrere Empfänger sendest, benutze immer BCC (Versand von E-Mail-Kopien, ohne dass die Kopieempfänger voneinander etwas erfahren), es sei denn, es ist sichergestellt, dass die Empfänger alle wissen dürfen und sollen, wer sonst noch die E-Mail erhält und was drin steht. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein bisheriger Kommunikationsverlauf zitiert wird!

Social Networks i. w. S.

Gib nie Informationen über andere Menschen oder ihr Umfeld preis, wenn eine Identifikation möglich ist oder werden könnte. Lade niemals Fotos ohne Einverständnis der abgebildeten irgendwo hoch (unabhängig von Sichtbarkeitseinstellungen).Beschrifte/Tagge niemanden ohne sein/ihr Einverständnis.

Sorge auf Gruppenbildern für ausreichende Unkenntlichmachung von Menschen, die du nicht um Einverständnis ersuchen konntest (Gesichter und andere Teile, die eine Identifikation ermöglichen, stark verpixeln).

Benutze keine „Social Networks“ mit kommerziellem Hintergrund! Keine realen Kontakte, kein Zugriff auf Adressbücher! Sonst gibst du den Datenkraken die Daten anderer Leute zu fressen.

Behörden

Fülle nie noch so offizielle Formulare mit Daten über andere aus (auch Namen sind bereits Daten). Wenn es sich nicht vermeiden lässt, sprich vorher mit dem/der Betroffenen darüber und erkläre, worum es geht.

Kinder

Ja, es gibt tolle Kinderschnappschüsse und die eigenen sind sowieso die schönsten. Doch auch hier gilt: unidentifizierbar machen oder gar nicht erst verbreiten, egal wie und wo. Beraube Kinder nicht ihrer späteren Entscheidungsmöglichkeit über ihre eigene digitale Präsenz.

Lass dich nicht von Ämtern u. ä. unter Druck setzen, wenn es beispielsweise heißt, du habest das Kind angeblich nicht zu einer verpflichtenden Untersuchung gebracht, du sollest die Schuleignung woanders als in der Schule selbst testen lassen u. ä. Hier geht es z. T. nur um Datensammlung, Schlamperei anderer Stellen und Wecken von Befürchtungen bei Eltern. Wenn du weißt, dass du das, was wirklich sein musste, erledigt hast und wenn du dich gut um dein Kind kümmerst, gib nicht klein bei aus Angst vor dem Jugendamt oder einer eventuellen Rufschädigung. Gewähre deinem Kind und seinen Daten Schutz solange, bis es sich selbst wohlüberlegt darum kümmern kann.

Netzsicherheitstipps:

  • Unterdrücke beim Browsen alle unnötigen aktiven Inhalte, z. B. mit Hilfe der Firefox-Add-ons No-Script und Ghostery.
  • Speichere weder Passwörter noch Cookies, überprüfe immer erst die Konfiguration eines neu installierten oder fremden Browsers.
  • Kommuniziere nach Möglichkeit verschlüsselt, z. B. mit GPG.
  • Bevorzuge https gegenüber http.
  • Gib nicht mehr Daten preis als nötig; verwende auch mal falsche Angaben.
  • Denke an den Logout.
  • Lösche Spam ungelesen.
  • Nutze unterschiedliche Suchmaschinen, insbesondere jene, die (wahrscheinlich) nicht speichern (z. B. ixquick.de, duckduckgo.com).
  • Benutze einen Anonymisierungsdienst, z. B. TOR.
  • Verzichte auf unnötige Registrierungen oder verwende Wegwerfadressen (z. B. von trash-mail.com).
  • Benutze unterschiedliche Pseudonyme und Mailadressen für unterschiedliche Plattformen.
  • Lies dir Nutzungsbedingungen genau durch und wäge ab, ob du dich ihnen wirklich unterwerfen möchtest.
  • Bevorzuge FLOSS gegenüber kommerziellen Projekten, auch und besonders bei Betriebssystemen.
  • Verwende einen freien DNS-Server.
  • Installiere immer Sicherheitsupdates.
  • Kaufe Dinge offline.
  • Benutze möglichst sichere Passwörter.
  • Beachte die Hackerethik.

Es gibt sehr gute Hinweise der Autoren des Buches „Die Datenfresser“ zu verschiedenen dieser Themen und auch Social Networks (z. B. Facebook)!

Rechner datenschutzfreundlich einrichten:

  1. Sich für ein Open-Source-Betriebssystem entscheiden.
  2. Bei der Installation Festplatte oder wenigstens Home-Partition verschlüsseln.
  3. Lange, komplizierte Passwörter wählen (z. B. ein Satz mit Zahlen und Sonderzeichen).
  4. Auf unnötige Software verzichten, insbesondere Anwendungen mit Zugriff von außen (…-Server, Remote-…).
  5. Nicht zu viele Benutzer mit zu vielen Rechten einrichten.
  6. Browser Add-ons installieren, siehe Software.
  7. Browser-Einstellungen kontrollieren und ggf. anpassen in Richtung „wenig speichern, so schnell wie möglich wieder löschen“.
  8. Nie irgendwo Passwörter speichern.
  9. E-Mail-Verschlüsselung einrichten.
  10. Möglichst keine proprietäre Software installieren.
  11. Häufig Upgrades machen.
  12. Auf Wunsch: tunen.
  13. Nicht von Schlangenöl verunsichern lassen.