Filterblasen visualisiert

Diese schöne Visualisierung des Wall Street Journals stellt gegenüber, wie Facebook die Nachrichten in euren News-Stream filtert. Ihr könnt anklicken, welches Thema und bekommt dann einen Beispielstream für liberale und konservative Menschen präsentiert. Ein weiterer guter Gedanke dazu.

In dem Punkt hat Fefe wirklich recht. Bei einer Zeitung hat man zwar eine ähnliche Ausrichtung (wenn ich links bin, lese ich keine konservative Zeitung wie die FAZ), aber ich habe zumindest noch die Möglichkeit, eine andere Meinung der Gegenseite mitzubekommen. Bei Nachrichtensendungen im Fernsehen genauso. Wenn ich mich nur noch über den besagten News-Stream informiere, bekomme ich nur noch eine Meinung mit.

Lösung des Ganzen: keine Nachrichten über Facebook lesen, sondern einfach direkt die Seiten der Zeitungen ansurfen oder – ganz altmodisch – ne Zeitung analog oder digital lesen.

Spiele-Rechner für kleine und große Kinder installieren – noobfreundliche Anleitung

Man nehme eine gleichzeitig leichtgewichtige und leicht bedienbare Distribution (z. B. Trisquel Mini oder Lubuntu, vorzugsweise die LTS-Version!) und lasse die Installation einfach erst mal durchlaufen. Dann prüft man, ob die Root-Partition (erkennbar am Einhängepunkt „/“)  mindestens 12 GB groß ist. Wenn ja, fährt man mit der Installation der Spiele fort.

[Wenn nein, muss man erst Platz für die noch zu installierenden Spiele organisieren. Übersichtlicher als im Installer geht das, wenn man noch mal mal das/ein Live-System startet und mit Gparted die Partitionsgrößen manipuliert. Zunächst löscht man die Home-Partition, legt sie dann kleiner neu an und schiebt die davor liegenden Partitionen (z. B. Swap) und den Beginn der erweiterten Partition, in der sich die Home-Partition befindet, nach hinten, um Platz ganz vorn für die Root-Partition zu schaffen. Ggf. muss die Swap-Partition geunswapt werden (Rechtsklick), denn was gerade in Gebrauch ist (ja, auch Livesysteme nutzen gerne Swap, den sie einfach so vorfinden), lässt sich nicht umbauen. Nach einigem fummeligem Verkleinern und Verschieben sollte die Platte restlos neu aufgeteilt sein. Dann installiert man das System noch mal neu in die nun vergrößerte Root-Partition. Dafür muss man im Installer die Option weiter unten nehmen, die einen die Partitionierung prüfen lässt. Die Einhängepunkte „/“ und „/home“ muss man zwar neu festlegen (Auswahl: Partition formatieren, dann kommt auch die Einhängepunktfestlegungsmöglichkeit), an der MBR-Installation muss man aber i. d. R. nichts ändern. Dann lässt man die Installation durchlaufen.]

Zur Aktualisierung des Systems, der Installation diverser Spiele und Löschung von nicht benötigten Programmen öffnet man dann ein Terminal, erhält mit „sudo su“ Root-Rechte und gibt folgende Befehlskombination ein:

apt-get update && apt-get -y upgrade && apt-get -y autoremove && apt-get -y autoclean && apt-get -y install ace-of-penguins anagramarama artikulate atom4 atomix blinken blobby blockout2 bsdgames bubbros bumprace burgerspace childsplay csmash dossizola einstein enigma fillets-ng flobopuyo freealchemist freegish frozen-bubble gcompris glpeces gnome-mines hedgewars junior-art kbruch klickety kstars ktuberling langdrill late lbreakout2 lightsoff lincity lmarbles lmemory ltris luola magicor mancala mathwar mirrormagic monsterz moon-buggy neverball njam numptyphysics openyahtzee pairs palapeli pathogen pathological pegsolitaire picmi pinball pingus pipenightdreams pipewalker pixfrogger plee-the-bear pybik pyscrabble raincat scribble seahorse-adventures slingshot solarwolf supertux supertuxkart tanglet tecnoballz tennix tictactoe-ng tomatoes trigger-rally tuxmath tuxpaint tuxpuck tuxtype typespeed widelands wordplay xbubble xletters xmahjongg xpenguins xracer xskat xvier xwelltris xye && apt-get -y autoremove && apt-get -y autoclean && && apt-get purge audacious bluez-tools brasero epiphany gigolo gimp gnumeric liferea mtpaint pidgin simple-scan sylpheed transmission-* xarchiver xfburn xterm && apt-get -y autoremove && apt-get -y autoclean && apt-get update && apt-get -y upgrade && apt-get -y autoremove && apt-get -y autoclean

Anwendungen, die nicht installiert bzw. deinstalliert werden können oder sollen, darf man natürlich einfach weglassen. Ebenso kann man hinter „purge“ weitere Programme auflisten, die man entfernen möchte, weil man sie auf dem Spiele-Rechner nicht haben will.

Zum Schluss stellt man die Aktualisierungsverwaltung dem Anwendungsfall entsprechend ein (z. B. „Sicherheitsaktualisierungen automatisch installieren“) und probiert die Programme aus. Was nicht gefällt, wird mit „sudo apt-get purge Paketname“ wieder rausgeworfen.

Wer noch Tipps für schöne (vor allem kinderfreundliche) Spiele hat, sagt uns einfach Bescheid. Auch Hinweise auf unbrauchbare oder irrtümlich in die Liste aufgenommene Pakete sind hilfreich, denn wir konnten nicht alle ausführlich testen. 😉

Ausprobiert und besonders geschätzt von den erwachsenen Spielkindern unter uns:
blobby, blockout2,
burgerspace, flobopuyo, fillets-ng, frozen-bubble, kbruch, monsterz, numptyphysics, pingus, pipenightdreams, slingshot, widelands

Ausprobiert und besonders geschätzt von unseren jungen Spielkindern (2 bis 10 Jahre):
gcompris, ktuberling, pixfrogger, raincat, seahorse-adventures, supertux, supertuxkart, tuxmath, tuxpaint

Falls man einzelne Spiele im Menü nicht wiederfindet (verwirrend ist z. B. ktuberling = Kartoffelknülch), kann man sie auch durch Eingabe des Paketnamens im Terminal starten.

Verschlüsselt kommunizieren auf dem Smartphone

Für Smartphones gibt es eine ganze handvoll Messanger, die jedoch leider alle wenig für eure Privatsphäre tun (Whatsapp) oder nicht frei sind (z.B. Threema). Allerdings gibt es Hoffnung: Die App heißt Signal und ist für iOS und Android verfügbar. Sie ist freie Software, sowohl der Client als auch der Server. Außerdem wurde schon eine externe Prüfung des Codes durchgeführt und der Code für sehr gut befunden. Die Software wird unter anderem von Edward Snowden empfohlen. Und das beste: der Dienst ist komplett kostenlos. Also schnell downloaden und den BND ärgern 😉

Auch George Orwell empfiehlt Signal 😉

Wer vollständig auf den Google App Store verzichten will, bekommt die App, bzw. einen Fork auch über F-Droid und das Repository https://eutopia.cz/experimental/fdroid/repo/ . Offizielle Seite des Projekts.

Routertuning

Screenshot OpenWRT

Das mit dem Internet ist nicht ganz einfach. Um in den eigenen Computer zu gelangen, flitzen die Daten auf der weltweit vernetzten „Datenautobahn“ durch Kabel, und müssen dabei an Knotenpunkten zum Zielort umgeleitet werden. Einer dieser Knotenpunkte könnte ein Router sein, der das Internet zu Hause an den heimischen Fernseher, das eigene Laptop und vielleicht sogar an den hypermodernen Kühlschrank weiterleitet. Vergangenes Jahr wurde ein Gesetz von der Bundesregierung verabschiedet, welches es den Kunden eines Internetanbieters erlaubt, andere Router als jene vom eigenen Internetanbieter zu benutzen. So war es früher nicht möglich, als Telekom-Kunde einen anderen Router als ihren Telekom-Speedport zu nutzen, oder als 1&1-Kunde eben eine FritzBox. Die Internetnutzer mussten sich also immer den passenden Router beschaffen, der ihnen vorgeschrieben wurde.

Die Netzanbieter hatten somit die Möglichkeit, die Router ihrer Kunden aus der Ferne zu konfigurieren, da sie wussten, welche Geräte in den Haushalten stehen. Wer hat schonmal einen Hotline-Anruf wegen Netzproblemen hinter sich? Der Mitarbeiter am Telefon bietet an, einen Blick auf die Konfiguration des eigenen Routers zu werfen. Dies kann er tun, weil bekannt ist, welche firmeneigenen Router bei den Kunden verwendet werden. Das ist doch ein toller Service, nicht wahr? Endlich muss kein Telekom-Arbeitstier bei mir zu Hause vorbeischauen, nämlich zwischen 9 und 17 Uhr. Dann beten wir mal, dass niemand anderes herausfindet, wie man den häuslichen Router fernwartet…

Doch Beten ist etwas für die Kirche, denn die NSA weiß bereits, wie Router ferngesteuert und abgehört werden können. Siehe dazu die absichtlich eingebauten Netgear-Hintertüren aus dem Jahr 2014. Die FLOSSI sitzt stattdesen lieber vor den selbstgekauften Routern und spielt eine freie Software namens OpenWRT auf die Chips des Routers. OpenWRT ist ein Linux-Betriebssystem für Router, mit dem der Nutzer die Kontrolle über seine Technik zurückbekommt. Damit kann jedes Individuum selbst entscheiden, was der Router können darf, zum Beispiel ob er fernwartbar sein soll. Interessanterweise ist das WLAN-Signal an den neu-programmierten Routern viel stärker als es unter der propietären Software der Fall war. Auf einmal kann das Plastikteil viel mehr als vorher!

Wie kompliziert ist es, seinen Router zu flashen? Kommt ganz auf den Router an, denn bei manchen Geräten endete es in einem Fehlschlag, OpenWRT auszuprobieren. Die Liste der unterstützten Hardware ist lang… darunter befindet sich auch der abgebildete TP-Link WR841N, der 20 Euro bei Conrad (Hannover) gekostet hat. Da es für diesen Router bereits eine perfekt auf ihn zugeschnittene Version des OpenWRT gibt, besteht die Installation lediglich aus dem Zugriff auf die proprietäre Routerkonfiguration, über die OpenWRT einfach mit einem Klick geupdatet wird. Bitte auf die Versionsnummer am Router achten, da Router mit demselben Aussehen verschiedene Spezifikationen haben können, sodass es verschiedene OpenWRT-Versionen gibt! Nach dem Neustart funktioniert die grafische Konfiguration (\\192.168.1.1) von OpenWRT sogar über die kaum verwendeten Browser Midori oder Netscape und bereitet auch Nutzern von obskuren und alten Systemen Spaß. So ist es beispielsweise möglich, komplette Domains aus dem Internet zu filtern, die dann den Netzwerkverkehr nicht mehr lahmlegen. Endlich lassen sich Werbenetzwerke, Google-Tracking und Facebook-Gezwitscher aus den Webseiten verbannen! Das ist nur eine von vielen Optionen, die durch die einfache Bedienung von freier Software auf Routern möglich wird. Somit ist ein weiterer Schritt zu sicherem Internet getan.

Zum Layouten: Scribus

Scribus Screenshot

Ihr seid noch auf der Suche nach einem Layoutprogramm? Vielleicht lohnt es sich, einen Blick auf „Scribus“ zu werfen. Scribus ist ein freies Open-Source-Programm, mit dem Buchstaben und Bilder genau an die Stellen gelegt werden können, wo sie auf dem Papier auftauchen sollen. Die Schriftarten lassen sich sehr gut anpassen und verändern, sodass zum Beispiel die Schriftzeichen besonders langgestreckt oder gestaucht werden können, oder dass die Abstände zwischen jedem Zeichen vergrößert oder verkleinert werden können. Von seinen Möglichkeiten her ist es für alle Gestalter und Gestalterinnen interessant, die schon immer einmal ein richtiges Layoutprogramm ausprobieren wollen, bisher aber vor den hohen Kosten der proprietären Adobe-Software zurückgewichen sind. Wer bisher mit GIMP gearbeitet hat, dem könnte die aufgeräumte Programmoberfläche auffallen, da Scribus sich komplett auf das Layouten fokussiert und keine Bildbearbeitung sein soll.

Weitere Infos gibt es beim Wikipedia-Eintrag von Scribus.

Die Systemvoraussetzungen sind erfreulicherweise auch für ältere Computer erreichbar, doch die Installation könnte etwas länger dauern. Auf einem 16 Jahre alten Desktop-PC mit dem Linux-Betriebssystem Salix OS dauerte die Installation 3,5 Stunden, sodass Linux seine große Zuverlässigkeit zur Schau stellen konnte, da der Kompilierungsvorgang natürlich auf Anhieb erfolgreich war.

Hier ist der Download-Link, unter dem Scribus kostenlos heruntergeladen werden kann.

Das offene Netz sind wir

und nicht die Konzerne und Monopole! Schöner Kommentar von Konrad Lischka. Ich zitiere mal einen Auszug:

Wenn Ihnen Vielfalt im Netz wichtig sind, nutzen und fördern Sie Alternativen. Bevor Sie sich für Software, Hardware oder Online-Dienste entscheiden, denken Sie jeweils darüber nach, wer sie gestaltet hat, welche Ziele er verfolgt und was es für andere Möglichkeiten geben könnte, Ihrem Anliegen zu entsprechen.

Deshalb: Nutzt freie Software, nutzt freie Dienste. Engagiert euch!

Die Anschläge von Paris

Woche eins nach den grausamen Anschlägen in Paris. Zeit für eine kleine Presseschau:

  • Fefe hat eine schöne Liste zusammengestellt, was unsere Politiker gefordert haben, um auch die letzen Bürgerrechte dem Terror zu opfern.
  • Ein großes Thema ist natürlich wieder die Verschlüsselung, die den Terroristen hilft, welche am Ende allerdings doch lieber SMS schicken. Bei Netzpolitik gibt es einen Artikel, der die Zusammenhänge erklärt. Die gleiche Meinung hatte auch der Journalist Duncan Campbell.
  • Auf einer Metaebene argumentiert der Beitrag von Thomas König bei Zeit Online.

Und zu guter Letzt, weil es so schön ist und vielleicht noch nicht alle mitbekommen haben: Die Bundesregierung hat den CCC (bzw. Frank Rieger als Sprecher) nach einer Krisennummer gefragt.

Die Toten kommen – Vorratsdatenspeicherung reloaded

Es ist mal wieder schön, wie unsere Regierung die Aufregung um Geflüchtete nutzt, um unbeliebte Gesetze zu verabschieden, die noch dazu klar unserer Verfassung wiedersprechen. Freunde von Geheimdiensten und Überwachung können zur Feier des Tages einen trinken gehen, der Rest sich die Links dazu durchlesen:

  • Fefe
  • Netzpolitik (Linksammlung + Selbsthilfe)
    • Die Selbsthilfe kurz zusammengefasst: Nicht telefonieren, keine SMS verschicken über das Handy, lieber Instant-Messenger wie ChatSecure nutzen, im Internet mit TOR surfen

Ersatzteile

Da in der FLOSSI jede und jeder von uns Spaß am Nutzen von Computern hat, und darüber hinausgehend Modifizierungen an den eigenen Computern vornimmt, haben wir mit der Zeit ein großes Repertoire an Ersatzteilen gesammelt. Mit der Hardware soll aber möglichst noch mehr geschehen, als dass sie in irgendwelchen Boxen verstaubt! Wenn es jemanden gibt, der vor allem Spaß am Zusammenbauen eines alten Desktop-Computers hätte, für denjenigen hätten wir AGP-Grafikkarten, SDR SDRAM, PCI-Steckkarten für Netzwerk und Sound, Diskettenlaufwerke, antike Verbindungskabel und vieles mehr.

Das sind alles Bauteile, die in Computern um den Milleniumswechsel Standard waren, doch mittlerweile haben sich die Steckplätze auf den Platinen verändert und sind nicht mehr kompatibel zu älteren Bauweisen. Die Technik schreitet natürlich voran, doch gerade ein alter Desktop-Computer kann seinem Nutzer viel Spaß bereiten. Einerseits durch die Möglichkeit, seinen Computer selbst zu reparieren, andererseits durch die hohe Zuverlässigkeit der Maschine, die seit vielen Jahren ihren Dienst erledigt. Natürlich ist die Rechenleistung der Computer seit Beginn ihrer Existenz gestiegen (jedes moderne Telefon hat heutzutage mehr Rechenpower als die Computer von 1999). Die Frage ist nur, wofür die ganze Power benötigt wird. Ein moderner Computer kommt unter anderem durch drei Dinge an seine Leistungsgrenze: Zocken, Videoschnitt und das überfrachtete, von Schadsoftware verseuchte Betriebssystem des Marktführers. Jetzt fragen sich möglicherweise die Computernutzer, die keine Computerspiele besitzen und keine Videos schneiden: „Mein Computer hat also zu viel Rechenleistung, die gar nicht nötig ist?“ Genau so ist es. Wenn zu den Aufgaben eines Computers das Abrufen von Mails, Surfen im Intnernet, Schreiben von Texten, sowie das Abspielen von Tönen und bewegten Bildern gehört, dann kann auch ein 10 Jahre alter Computer diese Dienste verrichten, ohne zu ruckeln und zu zuckeln.

Stellt sich nur die Frage nach dem Betriebssystem… nun, wir wissen jedenfalls, dass Microsofts heutiges Windows nicht dazu beiträgt, ältere Hardware funktionstüchtig zu unterstützen. Eine passende Linux-Distribution ist die bessere Wahl zum Arbeiten, da sie die Ressourcen des Computers besser nutzt, und aktuelle Programme beinhaltet, mit denen die oben erwähnten Aufgaben (z.B. Mails, Internet, Texte, Multimedia) besser erledigt werden können. So muss man seinen alten Computer nicht gleich wegschmeißen, wenn sein überfrachtetes Windows ihn gekillt hat, sondern kann einen anderen Weg einschlagen, den Weg zu Linux.

Nochmal zurück zu den Bauteilen: Falls ihr betagtere Hardware sucht, schreibt uns eine Mail und besucht uns doch bei unseren FLOSSI-Treffen, die hier auf der Webseite angekündigt werden. Preise gibt es nicht: Linux ist kostenlos, also sind es unsere Steckkarten auch, sofern du etwas Sinnvolles damit anstellen kannst.