linuxuser

Kommunikationswege abseits der großen bekannten – eine kleine Sammlung zum Entdecken

Kommunikationsplattformen mit großem Angebot (keine Bezahlaccounts, viel Speicherplatz z. B. für Bilder und Videos), aggregieren und verwerten fast immer intensiv die von den Nutzern generierten Daten, um damit Profit zu machen. Wenn man dieses Geschäftsmodell nicht weiter fördern oder es den Datensammlern durch Zerstreuung des eigenen Profils wenigstens nicht so leicht machen will, lohnt sich ein Blick auf Alternativen zu den Platzhirschen am Markt.

Natürlich gibt es nirgends eine Garantie auf hundertprozentigen Datenschutz. Aber es ist immer gut, wenn man Angebote kennt und ausprobiert (und unterstützt), die auf Grund ihrer Struktur einen Vertrauensvorschuss verdienen.

Klar: Selbst hosten ist immer am besten. Doch für diejenigen, die das nicht können, soll diese Zusammenstellung ein paar Anregungen bieten.

Ergänzend muss der kleine Ratgeber „Wie schütze ich meine Privatsphäre“ vom AK Vorrat Hannover erwähnt werden.

E-Mail

Statt bei den bekannten, Daten sammelnden Freemail-Anbietern kann man auch bei einem spenden- oder mitgliederbeiträgebasierten Aktivistennetzwerk einen Mail-Account anlegen. (Bei einigen steht „German“ dabei. Aber auch z. B. Riseup.net bemüht sich um deutsche Sprachunterstützung und ist recht beliebt hier.)

Außerdem gibt es Bezahl-Lösungen wie Posteo.

Nicht zuletzt sei für die Dauer des Studiums die Verwendung der Uni-E-Mail-Adresse empfohlen, denn die ist auch nicht nutzerdatenfinanziert.

Mailinglisten

Die Uni und der AStA bieten Mailinglistenhosting auf dem bewährten Mailman-System an, Anfrage genügt (bitte dabei den gewünschten Mailinglistennamen und die E-Mail-Adresse der/des künftigen Listenadministrierenden nennen).

Wiederum existieren aber auch dafür Lösungen von spenden- oder mitgliederbeiträgebasierten Aktivistennetzwerken.

Multimedia

Multimedia-Speicherplatz kostet im Vergleich ganz ordentlich, d. h. es wird eng mit „Freiwilligendiensten“.

Videos kann man auf Vimeo einstellen – und nebenbei staunen, was sich dort noch alles tummelt. Wer keine hohen Anforderungen hat, wird mit den Einschränkungen des Gratisaccounts zufrieden sein; Power-User zahlen sicherlich gern für die umfangreichen Features der Bezahlaccounts.

Gleiches gilt für die Audio-Plattform Soundcloud.

Terminsuche/Abstimmungen

Ein kluger Mensch von der TU Dresden hat Dudle als Werkzeug für „datenschutzfreundliche Terminplanung“ entwickelt.

Für simple, öffentliche Umfragen taugt auch das Studierendenforum. Dort kann jeder beim Eröffnen eines neuen Threads eine Umfrage hinzufügen. Jedes Forumsmitglied darf dann einmal abstimmen. Man sieht allerdings nicht, wer wie abgestimmt hat.

Kollaboratives Schreiben

Frei nutzbare Etherpad-Sites zum gemeinsamen, gleichzeitigen Editieren von Texten gibt es zuhauf. Die Etherpad Foundation hat einige gesammelt. Weitere gibt es z. B. bei Openetherpad, Telecomix und dem Foebud.

Blogging

Tatsächlich bietet auch die Uni WordPress-Blogging per LDAP an.

Ansonsten sei exemplarisch auf Noblogs verwiesen (gefunden via Anne Roth).

Microblogging

Identi.ca, Telecomix Microblogging usw. mögen Creative Commons; das zu Grunde liegende Status.net hat auch ein Bezahlmodell. URL-Verkürzung funktioniert bei Identi.ca längst automatisch. Besonderheit: Man kann eine Verknüpfung mit einem Twitter-Account einrichten, um alle Beiträge automatisch dorthin weiterleiten zu lassen. Umgekehrt, also von Twitter zu Identi.ca, funktioniert das nicht.

Chat

Hier ist der gute, alte IRC zu empfehlen. Die Netzwerke sind zahlreich; Freenode ist eines der bekanntesten und beherbergt u. a. viele Kanäle, die Hilfe bei technischen Fragen bieten.

Die Uni betreibt einen IRC-Server im Spacetronix-Netzwerk. Verbindet man sich mit diesem über den Uni-IRC-Server, landet man automatisch im Kanal UniHildesheim (sog. Autojoin). Am einfachsten geht das per Forums-Webchat; alternativ kann man einen IRC-Client installieren und als Server „irc.uni-hildesheim.de“ angeben.

Neue Kanäle öffnet oder betritt man durch Eingabe von „/join“ + Leerzeichen + Raute + Kanalname. Möchte man mit einem anderen Nutzer einen Dialog beginnen, reicht „/query nutzername“.

(IRC-Client-Tipp: Für Chatzilla braucht man keine Administratorrechte auf dem entsprechenden Rechner – klappt also auch in der Uni.)

Auch über XMPP (früher: Jabber) kann man gut chatten, wenn man will, sogar verschlüsselt. Man braucht dafür einen Account, den man sich z. B. beim CCC erstellen kann.