Spiele-Rechner für kleine und große Kinder installieren – noobfreundliche Anleitung

Man nehme eine gleichzeitig leichtgewichtige und leicht bedienbare Distribution (z. B. Trisquel Mini oder Lubuntu, vorzugsweise die LTS-Version!) und lasse die Installation einfach erst mal durchlaufen. Dann prüft man, ob die Root-Partition (erkennbar am Einhängepunkt „/“)  mindestens 12 GB groß ist. Wenn ja, fährt man mit der Installation der Spiele fort.

[Wenn nein, muss man erst Platz für die noch zu installierenden Spiele organisieren. Übersichtlicher als im Installer geht das, wenn man noch mal mal das/ein Live-System startet und mit Gparted die Partitionsgrößen manipuliert. Zunächst löscht man die Home-Partition, legt sie dann kleiner neu an und schiebt die davor liegenden Partitionen (z. B. Swap) und den Beginn der erweiterten Partition, in der sich die Home-Partition befindet, nach hinten, um Platz ganz vorn für die Root-Partition zu schaffen. Ggf. muss die Swap-Partition geunswapt werden (Rechtsklick), denn was gerade in Gebrauch ist (ja, auch Livesysteme nutzen gerne Swap, den sie einfach so vorfinden), lässt sich nicht umbauen. Nach einigem fummeligem Verkleinern und Verschieben sollte die Platte restlos neu aufgeteilt sein. Dann installiert man das System noch mal neu in die nun vergrößerte Root-Partition. Dafür muss man im Installer die Option weiter unten nehmen, die einen die Partitionierung prüfen lässt. Die Einhängepunkte „/“ und „/home“ muss man zwar neu festlegen (Auswahl: Partition formatieren, dann kommt auch die Einhängepunktfestlegungsmöglichkeit), an der MBR-Installation muss man aber i. d. R. nichts ändern. Dann lässt man die Installation durchlaufen.]

Zur Aktualisierung des Systems, der Installation diverser Spiele und Löschung von nicht benötigten Programmen öffnet man dann ein Terminal, erhält mit „sudo su“ Root-Rechte und gibt folgende Befehlskombination ein:

apt-get update && apt-get -y upgrade && apt-get -y autoremove && apt-get -y autoclean && apt-get -y install ace-of-penguins anagramarama artikulate atom4 atomix blinken blobby blockout2 bsdgames bubbros bumprace burgerspace childsplay csmash dossizola einstein enigma fillets-ng flobopuyo freealchemist freegish frozen-bubble gcompris glpeces gnome-mines hedgewars junior-art kbruch klickety kstars ktuberling langdrill late lbreakout2 lightsoff lincity lmarbles lmemory ltris luola magicor mancala mathwar mirrormagic monsterz moon-buggy neverball njam numptyphysics openyahtzee pairs palapeli pathogen pathological pegsolitaire picmi pinball pingus pipenightdreams pipewalker pixfrogger plee-the-bear pybik pyscrabble raincat scribble seahorse-adventures slingshot solarwolf supertux supertuxkart tanglet tecnoballz tennix tictactoe-ng tomatoes trigger-rally tuxmath tuxpaint tuxpuck tuxtype typespeed widelands wordplay xbubble xletters xmahjongg xpenguins xracer xskat xvier xwelltris xye && apt-get -y autoremove && apt-get -y autoclean && && apt-get purge audacious bluez-tools brasero epiphany gigolo gimp gnumeric liferea mtpaint pidgin simple-scan sylpheed transmission-* xarchiver xfburn xterm && apt-get -y autoremove && apt-get -y autoclean && apt-get update && apt-get -y upgrade && apt-get -y autoremove && apt-get -y autoclean

Anwendungen, die nicht installiert bzw. deinstalliert werden können oder sollen, darf man natürlich einfach weglassen. Ebenso kann man hinter „purge“ weitere Programme auflisten, die man entfernen möchte, weil man sie auf dem Spiele-Rechner nicht haben will.

Zum Schluss stellt man die Aktualisierungsverwaltung dem Anwendungsfall entsprechend ein (z. B. „Sicherheitsaktualisierungen automatisch installieren“) und probiert die Programme aus. Was nicht gefällt, wird mit „sudo apt-get purge Paketname“ wieder rausgeworfen.

Wer noch Tipps für schöne (vor allem kinderfreundliche) Spiele hat, sagt uns einfach Bescheid. Auch Hinweise auf unbrauchbare oder irrtümlich in die Liste aufgenommene Pakete sind hilfreich, denn wir konnten nicht alle ausführlich testen. 😉

Ausprobiert und besonders geschätzt von den erwachsenen Spielkindern unter uns:
blobby, blockout2,
burgerspace, flobopuyo, fillets-ng, frozen-bubble, kbruch, monsterz, numptyphysics, pingus, pipenightdreams, slingshot, widelands

Ausprobiert und besonders geschätzt von unseren jungen Spielkindern (2 bis 10 Jahre):
gcompris, ktuberling, pixfrogger, raincat, seahorse-adventures, supertux, supertuxkart, tuxmath, tuxpaint

Falls man einzelne Spiele im Menü nicht wiederfindet (verwirrend ist z. B. ktuberling = Kartoffelknülch), kann man sie auch durch Eingabe des Paketnamens im Terminal starten.

FLOSSI-Linux-Install-Party zum Wintersemester-Start

Dein Computer arbeitet unzuverlässig oder startet nicht mehr?
Microsoft Office ist dir zu teuer?
Apple-Produkte sind für dich unbezahlbar?
Windows ist unbedienbar?
Du kommst nicht in das VPN der Uni?
Du bist von Werbung im Internet genervt?
Du bist unsicher bei Online-Datenschutz?
Dir fehlt noch praktische Software für das neue Semester?

Dann komm mit deinem Computer zur FLOSSI-Linux-Install-Party! Wir installieren dir kostenlos Linux und geben dir wertvolle Tipps.

Es gibt zwei Termine:
Donnerstag, 15. Oktober 2015 16:00 bis 20:00 vor H 2 (Hauptcampus)
und Montag, 26. Oktober 2015 ab 18:00 im Bistro (Bühler-Campus)

Auch alte Rechner, die z. B. gespendet werden sollen oder deren Betriebssystem nicht mehr funktioniert, werden mit Linux wieder frisch! Die Installation in anderen Sprachen ist ebenfalls kein Problem.

Freie Software in Schulen, Universitäten und weitere öffentliche Einrichtungen!

Richard Stallman hat in seinem Vortrag auf dem 31C3 u. a. dargelegt, warum insbesondere Schulen ausschließlich freie Software einsetzen sollten, damit sich eine frei denkende, demokratisch agierende Gesellschaft entwickeln kann. Sehr sehenswert und passend zu den hier kürzlich verlinkten Erläuterungen von Julian Assange zu Kulturimperialismus:

Assange: They are also exporting a specific mindset of culture. You can use the old term of „cultural imperialism“ or call it the „Disneylandization“ of the Internet. Maybe „digital colonization“ is the best terminology.

SPIEGEL: What does this „colonization“ look like?

Assange: These corporations establish new societal rules about what activities are permitted and what information can be transmitted. Right down to how much nipple you can show. Down to really basic matters, which are normally a function of public debate and parliaments making laws. Once something becomes sufficiently controversial, it’s banned by these organizations. Or, even if it is not so controversial, but it affects the interests that they’re close to, then it’s banned or partially banned or just not promoted.

SPIEGEL: So in the long run, cultural diversity is endangered?

Assange: The long-term effect is a tendency towards conformity, because controversy is eliminated. An American mindset is being fostered and spread to the rest of the world because they find this mindset to be uncontroversial among themselves. That is literally a type of digital colonialism; non-US cultures are being colonized by a mindset of what is tolerable to the staff and investors of a few Silicon Valley companies. The cultural standard of what is a taboo and what is not becomes a US standard, where US exceptionalism is uncontroversial.

Es gibt bereits weltweit gar nicht so wenige öffentliche Einrichtungen, die mit gutem Beispiel vorangehen und freie Software einsetzen. Mehr davon!

Leider gehört unsere Uni nicht dazu. In den Poolräumen wird man von Malware gegängelt (Windows), überteuerte heiße Luft aus dem Marketinggebläse Apple wird besonders gefördert, den Studis im FB 4 werden M$-Produkte (gegen Preisgabe personenbezogener Daten) ins Gesäß geschoben (Kompatibilitätsprobleme stets inbegriffen) und Softwarebedarfe von Studis für das Studium werden allzu gern ignoriert. Nebenbei leiden die Institute darunter, dass sie Lizenzen für allerlei kommerzielle Software verwalten und bezahlen müssen, weil das RZ den Mitarbeitern keinen Support für freie Software anbieten will.

Schluss mit unbenutzbarem, datenhungrigem Firlefanz, unnötigen Kosten, Abhängigkeiten und Bevormundung! Freie Software für freie Menschen von Anfang an – erst recht in allen Bildungs- und Forschungseinrichtungen!

 

Ergebnisprotokoll der Arbeitsfahrt der Free-/Libre-Open-Source-Software-Initiative („FLOSSI“) vom 26.12.2014 bis 02.01.2015

Die FLOSSI berichtet im Folgenden von den Aktivitäten auf ihrer Exkursion zum 31. Jahreskongress des Vereins Chaos Computer Club („31C3“).

Der Kongress fand im Congress Center Hamburg statt und hatte etwa 12.000 interessierte Besucher, die sich internationale Vorträge anhören, an Workshops teilnehmen und bei Vorführungen und Ausstellungen („Assemblys“) hautnah dabei sein konnten. Die FLOSSI war nun Teil des Geschehens und hat die Kongresstage genutzt, um sich weiterzubilden. So wurde z. B. in einem Vortrag von Jacob Appelbaum und Laura Poitras auf die E-Mail-Verschlüsselung mit PGP eingegangen, die daraufhin bei einem FLOSSI-Treffen im Januar erfolgreich ausprobiert wurde. Damit ist es den Mitgliedern der FLOSSI nun möglich, verschlüsselt über das Internet zu kommunizieren! Interessierte Gäste der Initiative können mit Hilfe der FLOSSI ebenfalls E-Mail-Verschlüsselung für sich einrichten.

Einer der besonders inspirierenden und einzigartigen Vorträge war jener von Richard Stallman, einem der Urväter der Freie-Software-Bewegung. Wenn Personen wie Stallman in den Achtziger Jahren nicht die Offenlegung der Quellcodes von Programmen gefordert und selbst freie Software entwickelt hätten, würde es Vereinigungen wie die FLOSSI wahrscheinlich nicht geben. Stallmans Vortrag „Freedom in your computer and in the net“ hat uns in unseren Positionen zu Linux bestärkt. Die FLOSSI wird jetzt noch präziser in ihrem Wissensbereich agieren können, auch durch Stallmans kritischen Fingerzeig in Richtung der proprietären Software. Übrigens war dieser Vortrag (wie die meisten) auf Englisch, sodass jedes FLOSSI-Mitglied seine Englischkenntnisse auffrischen konnte.

Neben den Vorträgen haben die Assemblys, die im Erdgeschoss des Kongresszentrums durch bunte, blinkende LED-Lichter untermalt wurden und teilweise über das ausgeklügelte mobile Rohrpostsystem in Verbindung standen, auch einen großen Eindruck in der FLOSSI hinterlassen. Auf die Idee, eine eigene LED-Lichterkette zum Blinken zu bringen, sind einzelne Mitglieder der FLOSSI dann schnell gekommen, sodass noch auf dem Kongress ein „Arduino“ (Bastelplatine, die z.B. für die Steuerung der LEDs) erworben wurde. Dieser wurde auch bereits bei einem FLOSSI-Treffen zum Laufen gebracht; erste Versuche mit einer blinkenden LED brachten hübsche Ergebnisse.

Der 31C3 war für mehrere FLOSSI-Mitglieder ihre erste große Kongressveranstaltung, bei der eine Unmenge an neuem Wissen erworben wurde, was gleich in neue Projekte der FLOSSI und die Betreuung ihrer Gäste eingeflossen ist. Die FLOSSI wird in Zukunft die Entwicklungen in der IT-Industrie und „Sicherheits“politik noch kritischer beobachten und Studenten umso mehr helfen, das Bestmögliche aus ihren Computern herauszuholen.
Zusammengefasst hat die FLOSSI
– etliche hervorragende Vorträge gesehen (Technik, Politik, Kunst, Kultur, auf Englisch und Deutsch)
– unglaublich inspirierende politische wie technische Projekte (oft „in Aktion“) beobachten dürfen
– Workshops besucht
– vernetzende und informierende Gespräche geführt, z. B. bei den Assemblys – viele Empfehlungen zum nachhören und nachgucken bekommen
– durch Verstreuung der Mitglieder auf dem Kongress später einander Bericht erstatten und so noch mehr mitnehmen können
– den Teamzusammenhalt gestärkt
– optimale Weiterbildung für die technische und politische Betreuung der Gäste auf unseren eigenen Veranstaltungen erhalten
– einschlägiges Informationsmaterial zum weitergeben mitgenommen
– spannende Details gelernt, welche die aktuell laufende Vortragsvideoreihe des Referats Politische Bildung insbesondere jeweils im Diskussionsteil sehr bereichern

Insgesamt war die FLOSSI sehr begeistert vom Kongress und empfiehlt das Event unbedingt weiter. Ein weiterer Bericht ist auf unserer Webseite weiter unten zu finden.

Wöchentliche 31C3-Vortragsvideoreihe

Ab dem kommendem Montag gibt es in der Uni eine öffentliche Videoreihe mit unterhaltsamen Vorträgen aus Politik, Kunst und Kultur.

Das AStA-Referat Politische Bildung hat dafür besonders spannende und verständliche Videos vom 31. Jahreskongress des Chaos-Computer-Clubs Ende Dezember 2014 ausgewählt.
Die Vorträge werden abwechselnd am Hauptcampus und am Bühler-Campus der Universität gezeigt; meistens auf deutsch, manchmal auch auf Englisch. Beginn ist jeweils montags um 16 Uhr. Die i. d. R. eine Stunde langen Videos dürfen zwischendurch und anschließend ausführlich diskutiert werden.

Die jeweils aktuelle Version des Programms befindet sich hier.
Die Teilnahme ist kosten- und anmeldefrei. Alle neugierigen Menschen sind herzlich eingeladen!

Lesung „Violettbuch Kirchenfinanzen“ mit Carsten Frerk am 27.11.2014 in Hildesheim

Infolink

Wie der Staat die Kirchen finanziert –
Violettbuch reloaded

In die Frage der Öffentlichkeit von Kirchenfinanzen ist in den vergangen zwei Jahren Bewegung geraten. Nicht nur der „Protz-Bischof“ Tebartz van Elst, der es gar nicht war, hat Öffentlichkeit, Kirchenvolk und Medien aufgerüttelt, auch die (vorgebliche) Transparenz in der Veröffentlichung des Vermögens von Bistümern und Bischöflichen Stühlen werden Thema sein. Es wird im Vortrag viel Platz für Informationen und Erläuterungen sein, aber auch ein gerüttelt Spaß, den kirchlichen Finanz-Gralshütern dabei zuzusehen, wie sie meinen, etwas publik zu machen, was sie aber gar nicht tun und auch nicht wollen.

Carsten Frerk ist Autor, Publizist und Journalist. Neben anderen Werken veröffentlichte er u.a. „Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland“ (2002), „Caritas und Diakonie in Deutschland“ (2005), „Violettbuch Kirchenfinanzen. Wie der Staat die Kirchen finanziert.“ (2010) und „Gottes Werk und unser Beitrag. Kirchenfinanzierung in Österreich“ (2012).

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Donnerstag, 27. November 2014 – 19:00 Uhr

Uni Hildesheim | Bühler-Campus | Raum LN 003
Lüneburger Straße | 31141 Hildesheim
Eintritt frei
Veranstalter: IBKA
in Kooperation mit der FLOSSI
Veranstaltungsflyer zum Download (PDF)

Siehe auch die Fernsehdokumentation „Die katholische Kirche und ihre Finanzen – Glaube, Liebe, Kapital“.