Offener Brief zum Thema Künstliche Intelligenz und Waffen

Eine Gruppe von Wissenschaftler*innen und weiteren Expert*innen veröffentlichte einen offenen Brief, bei dem es darum geht, Erkenntnisse aus der Forschung der Künstlichen Intelligenz nicht als Waffentechnik zu nutzen. Insbesondere wird vor einem Wettrüsten gewarnt:

„Starting a military AI arms race is a bad idea, and should be prevented by a ban on offensive autonomous weapons beyond meaningful human control.“

Wer sich das Ende eines solchen Wettrüstens ansehen will, kann ja schonmal Matrix oder Terminator schauen.

Unfreie Infrastrukturen

Wir werden oft gefragt, warum wir nicht bei Facebook aktiv sind. Nun, der offensichtlichste Grund ist sicherlich der Datenschutz. Wir wissen seit Snowden, dass Facebook eines der Unternehmen ist, dem wir besser keine Daten geben. Dieser Vortrag bringt das ganz schön auf den Punkt.

Als Gegenargument kommt dann immer, dass Facebook aber so frei und offen sei und in vielen Ländern, wie z.B. Russland, wo alle Medien von der Regierung kontrolliert werden, eine Gegenöffentlichkeit bildet. Dies stimmt leider auch nur zum Teil. Anfang der Woche gab es einen schönen Artikel in der TAZ zum Thema Facebok und Russland. Im Kern geht es darum, dass russische Trolle den Service von Facebook, Inhalte löschen zu lassen, nutzen, um Oppositionelle zum Schweigen zu bringen.

Auch bei Google kann man inzwischen auch Links löschen lassen. Dies öffnet Missbrauch natürlich auch wieder Tür und Tor. Das größte Problem liegt darin, dass diese Firmen wie Richter und Henker in einer Person agieren können. Wenn Inhalte ungewollt sind, werden sie gelöscht. Auf der einen Seite ist es schön, wenn Inhalte wieder aus dem Netz verschwinden können, die diffamierend oder beleidigend sind, auf der anderen Seite wird der Missbrauch wohl eher noch zunehmen und Missbrauch im großen Stil (z.B. durch bezahlte Menschen, die für eine Regierung oder ein Unternehmen unangenehme Inhalte löschen lassen) ist nur für diejenigen möglich, die über sehr viel Zeit oder sehr große finanzielle Mittel verfügen.

Das gesamte Thema läuft auf etwas hinaus, das ich als unfreie Infrastrukturen bezeichne. Also Infrastrukturen, die nicht frei und offen für alle sind, sondern von einem Unternehmen kontrolliert werden. Dies ist dasselbe Problem wie beim Netzausbau in manchen Landstrichen. Das Netz gehört der Telekom und wenn sich diese nicht zum Ausbau entschließt, passiert nichts.

Als Handlungsanweisung kann ich nur mitgeben, unfreie Infrastrukturen immer abzulehnen. Der eigene Blog auf einen eigenen oder einem offenen Server ist besser als die Facebook-Seite, egal wie viele likes sie bekommt. Ebenso garantiert niemand, dass Unternehmen wie Facebook noch in ein paar Jahren existieren und wenn der Dienst schließt, kommt ihr nicht mehr an eure Kontakte ran.

Zum Schluss noch ein anschauliches Beispiel: Das ist in etwa wie ein Staat innerhalb eines Staats, der seine eigenen Gesetze macht, die nicht demokratisch legitimiert sind. Außerdem gibt es in diesem Staat einen König, der sowohl Gesetze erlässt als auch Urteile spricht und diese durchsetzt.

Freie Hotspots sind nicht gleich freies Netz

Eigentlich könnte alles so schön sein in Berlin. Die Stadt hat ein Unternehmen gefunden, das Hotspots, also freies W-Lan in der Stadt einrichten will. Dabei gibt es nur ein kleines Problem: die Investitionen müssen sich natürlich durch Werbung wieder re-finanzieren.Zusätzlich zur Werbung auf so ziemlich jeder Internetseite also auch noch Werbung für den Anbieter des W-Lans. Na dann vielleicht doch lieber gedrosselt surfen, weil die Flatrate am Handy mal wieder aufgebraucht ist…

Eine einfache Lösung wäre natürlich gewesen, den Berlinern Freifunkern 170.000€ in die Hand zu drücken und Zugang zu öffentlichen Gebäuden zu geben. Aber in Neuland ist sowas ja leider nicht möglich. Ehrenamtliches Engagement wird llieber eingedämmt und es werden so viele Regelungen erlassen, dass es für Laien immer schwerer wird, abzuschätzen, ob das Betreiben legal ist oder nicht. Unsere Regierung ist offensichtlich der Meinung, dass Menschen das Internet nur für Hacken, illlegale Downloads und Kinderpornographie verwenden.

PS: es gibt Freifunk auch bei uns in Hildesheim

Install-Party am 5.6.

Die nächste FLOSSI-Linux-Install-Party steigt am  5.6. ab 17 Uhr im Bühler-Bistro!

In der letzten „Anstalt“ erläuterte Christine Prayon ein ganz besonderes Glaubwürdigkeitsproblem und sprach über die „gefühlte Freiheit“ bei der Nutzung kommerzieller Software: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2407406/Die-Anstalt-vom-26.-Mai-2015?bc=svp;sv5

Das Ansehen eines Videos reicht dir nicht zur kritischen Auseinandersetzung mit der aktuellen Überwachungsgesellschaft? Dann komm zur FLOSSI! Du kannst uns jeden zweiten Montag Abend beim Studcaf antreffen oder  aber diesen Freitag (dem fünften Tag der 23. Kalenderwoche) ab 17 Uhr im Bistro am Bühler-Campus bei der Linux-Install-Party.

Dort kann man mit uns nicht nur nett quatschen und was Leckeres knabbern, sondern vor allem auch mit freier Software für echte statt gefühlter Freiheit sorgen. Bring deinen Rechner mit und lass dir von uns völlig kostenlos ein frisches und freies Betriebssystem installieren nebst allen Programmen,  die man zum Studieren und Leben braucht. Du wirst sehen, dass es für jeden Geschmack eine passende Linuxdistribution gibt und Befürchtungen vor schlechter Benutzbarkeit völlig unbegründet sind.

Also einfach mal umsteigen und dann jeden Tag mehr Freiheit und weniger Überwachung genießen!

Bedenke Phlebas – Science-Fiction Roman von Iain Banks

Da sich Nerds auch ab und zu mit analogen Dingen wie Büchern beschäftigen, hier mal eine Review zu einem sehr lesenswerten Buch. Bedenke Phlebas vom britischen Schriftstelle Iain Banks von 1987.

Der Roman spielt in einer Zukunft, in der eine KI-Gesellschaft, genannt „Die Kultur“ einen großen Teil des Weltraums beherrscht. Es gibt jedoch einen Krieg zwischen dieser und einer weiteren Spezies, den Idiranern. diese sind zwar humanoid, aber fellig und sehr animalisch und auch sehr kriegerisch. Also alles, was die perfekte „Kultur“ ausschließt.

Hauptperson ist Horza, ein Gestaltwandler, der auf Seite der Idiraner kämpft, weil er die Kultur so kalt und berechnend findet. Es geht zwar das ganze Buch über hauptsächlich um diesen Krieg, allerdings ist die eigentliche Hauptperson im ganzen Buch die Kultur.

Diese könnte als eine Art utopische Menschheit angesehen werden. Sie hat die komplette Galaxie besiedelt und lebt auch nicht mehr auf Planeten, sondern auf enormen Raumschiffen, die so etwas wie einzelne Staaten verkörpern und selbst autark handeln. Diese Schiffe werden von künstlichen Gehirnen gesteuert, die nebenbau auch das Schiff reparieren, Nahrungsmittel anbauen und ernten usw. Kurz: alle Aufgaben übernehmen, die zum Leben notwendig sind. Aus diesem Grund haben die Menschen auf den Schiffen praktisch nichts mehr zu tun, sind jedoch auch komplett abhängig von den Maschinen und die Maschinen verachten auch zum Teil die Menschen, weil sie diesen überlegen sind.

Das ganze Buch ist eine sehr spannende Zukunftsvision und wird gerade durch die Fortschritte in der Forschung rund um die Künstliche Intelligenz der letzten Jahre wieder sehr aktuell. Sehr lohnenswert zu lesen, auch wenn man sich nicht so gut mit Computern auskennt.

Bedenke Phlebas ist Teil einer ganzen Reihe von Science-Fiction-Romanen von Iain Banks.