Verschlüsselt kommunizieren auf dem Smartphone

Für Smartphones gibt es eine ganze handvoll Messanger, die jedoch leider alle wenig für eure Privatsphäre tun (Whatsapp) oder nicht frei sind (z.B. Threema). Allerdings gibt es Hoffnung: Die App heißt Signal und ist für iOS und Android verfügbar. Sie ist freie Software, sowohl der Client als auch der Server. Außerdem wurde schon eine externe Prüfung des Codes durchgeführt und der Code für sehr gut befunden. Die Software wird unter anderem von Edward Snowden empfohlen. Und das beste: der Dienst ist komplett kostenlos. Also schnell downloaden und den BND ärgern 😉

Auch George Orwell empfiehlt Signal 😉

Wer vollständig auf den Google App Store verzichten will, bekommt die App, bzw. einen Fork auch über F-Droid und das Repository https://eutopia.cz/experimental/fdroid/repo/ . Offizielle Seite des Projekts.

Routertuning

Screenshot OpenWRT

Das mit dem Internet ist nicht ganz einfach. Um in den eigenen Computer zu gelangen, flitzen die Daten auf der weltweit vernetzten „Datenautobahn“ durch Kabel, und müssen dabei an Knotenpunkten zum Zielort umgeleitet werden. Einer dieser Knotenpunkte könnte ein Router sein, der das Internet zu Hause an den heimischen Fernseher, das eigene Laptop und vielleicht sogar an den hypermodernen Kühlschrank weiterleitet. Vergangenes Jahr wurde ein Gesetz von der Bundesregierung verabschiedet, welches es den Kunden eines Internetanbieters erlaubt, andere Router als jene vom eigenen Internetanbieter zu benutzen. So war es früher nicht möglich, als Telekom-Kunde einen anderen Router als ihren Telekom-Speedport zu nutzen, oder als 1&1-Kunde eben eine FritzBox. Die Internetnutzer mussten sich also immer den passenden Router beschaffen, der ihnen vorgeschrieben wurde.

Die Netzanbieter hatten somit die Möglichkeit, die Router ihrer Kunden aus der Ferne zu konfigurieren, da sie wussten, welche Geräte in den Haushalten stehen. Wer hat schonmal einen Hotline-Anruf wegen Netzproblemen hinter sich? Der Mitarbeiter am Telefon bietet an, einen Blick auf die Konfiguration des eigenen Routers zu werfen. Dies kann er tun, weil bekannt ist, welche firmeneigenen Router bei den Kunden verwendet werden. Das ist doch ein toller Service, nicht wahr? Endlich muss kein Telekom-Arbeitstier bei mir zu Hause vorbeischauen, nämlich zwischen 9 und 17 Uhr. Dann beten wir mal, dass niemand anderes herausfindet, wie man den häuslichen Router fernwartet…

Doch Beten ist etwas für die Kirche, denn die NSA weiß bereits, wie Router ferngesteuert und abgehört werden können. Siehe dazu die absichtlich eingebauten Netgear-Hintertüren aus dem Jahr 2014. Die FLOSSI sitzt stattdesen lieber vor den selbstgekauften Routern und spielt eine freie Software namens OpenWRT auf die Chips des Routers. OpenWRT ist ein Linux-Betriebssystem für Router, mit dem der Nutzer die Kontrolle über seine Technik zurückbekommt. Damit kann jedes Individuum selbst entscheiden, was der Router können darf, zum Beispiel ob er fernwartbar sein soll. Interessanterweise ist das WLAN-Signal an den neu-programmierten Routern viel stärker als es unter der propietären Software der Fall war. Auf einmal kann das Plastikteil viel mehr als vorher!

Wie kompliziert ist es, seinen Router zu flashen? Kommt ganz auf den Router an, denn bei manchen Geräten endete es in einem Fehlschlag, OpenWRT auszuprobieren. Die Liste der unterstützten Hardware ist lang… darunter befindet sich auch der abgebildete TP-Link WR841N, der 20 Euro bei Conrad (Hannover) gekostet hat. Da es für diesen Router bereits eine perfekt auf ihn zugeschnittene Version des OpenWRT gibt, besteht die Installation lediglich aus dem Zugriff auf die proprietäre Routerkonfiguration, über die OpenWRT einfach mit einem Klick geupdatet wird. Bitte auf die Versionsnummer am Router achten, da Router mit demselben Aussehen verschiedene Spezifikationen haben können, sodass es verschiedene OpenWRT-Versionen gibt! Nach dem Neustart funktioniert die grafische Konfiguration (\\192.168.1.1) von OpenWRT sogar über die kaum verwendeten Browser Midori oder Netscape und bereitet auch Nutzern von obskuren und alten Systemen Spaß. So ist es beispielsweise möglich, komplette Domains aus dem Internet zu filtern, die dann den Netzwerkverkehr nicht mehr lahmlegen. Endlich lassen sich Werbenetzwerke, Google-Tracking und Facebook-Gezwitscher aus den Webseiten verbannen! Das ist nur eine von vielen Optionen, die durch die einfache Bedienung von freier Software auf Routern möglich wird. Somit ist ein weiterer Schritt zu sicherem Internet getan.