Bedenke Phlebas – Science-Fiction Roman von Iain Banks

Da sich Nerds auch ab und zu mit analogen Dingen wie Büchern beschäftigen, hier mal eine Review zu einem sehr lesenswerten Buch. Bedenke Phlebas vom britischen Schriftstelle Iain Banks von 1987.

Der Roman spielt in einer Zukunft, in der eine KI-Gesellschaft, genannt „Die Kultur“ einen großen Teil des Weltraums beherrscht. Es gibt jedoch einen Krieg zwischen dieser und einer weiteren Spezies, den Idiranern. diese sind zwar humanoid, aber fellig und sehr animalisch und auch sehr kriegerisch. Also alles, was die perfekte „Kultur“ ausschließt.

Hauptperson ist Horza, ein Gestaltwandler, der auf Seite der Idiraner kämpft, weil er die Kultur so kalt und berechnend findet. Es geht zwar das ganze Buch über hauptsächlich um diesen Krieg, allerdings ist die eigentliche Hauptperson im ganzen Buch die Kultur.

Diese könnte als eine Art utopische Menschheit angesehen werden. Sie hat die komplette Galaxie besiedelt und lebt auch nicht mehr auf Planeten, sondern auf enormen Raumschiffen, die so etwas wie einzelne Staaten verkörpern und selbst autark handeln. Diese Schiffe werden von künstlichen Gehirnen gesteuert, die nebenbau auch das Schiff reparieren, Nahrungsmittel anbauen und ernten usw. Kurz: alle Aufgaben übernehmen, die zum Leben notwendig sind. Aus diesem Grund haben die Menschen auf den Schiffen praktisch nichts mehr zu tun, sind jedoch auch komplett abhängig von den Maschinen und die Maschinen verachten auch zum Teil die Menschen, weil sie diesen überlegen sind.

Das ganze Buch ist eine sehr spannende Zukunftsvision und wird gerade durch die Fortschritte in der Forschung rund um die Künstliche Intelligenz der letzten Jahre wieder sehr aktuell. Sehr lohnenswert zu lesen, auch wenn man sich nicht so gut mit Computern auskennt.

Bedenke Phlebas ist Teil einer ganzen Reihe von Science-Fiction-Romanen von Iain Banks.

Yo, Computer

Eine Forschergruppe aus Finnland hat ein Programm entwickelt, das Raptexte generieren kann. Den Aufsatz dazu gibt es hier. Genauer gesagt kann das Programm analysieren, wer am meisten Asonante Reime in seinen Texten hat, also z.B.

„What I did was stupid, no doubt, it was dumb
But the smartest shit I did was take the bullets outta that gun“ (Eminem – Cleanin‘ out my closet)

Dadurch kann dann ermittelt werden, wer der „beste“ Rapper ist: Inspectah Deck. Die vollständige Liste gibt es hier.

In einem zweiten Schritt kann das Programm auch neue Texte erstellen. Diese basieren jedoch nur auf schon vorhandenen Zeilen, die neu zusammengesetzt werden. Im Paper finden sich am Ende ein paar Samples. Die Herangehensweise der Forscher ist allerdings noch spannend: es werden Zeilen gesucht, die der vorhergehenden am ehesten entsprechen – und natürlich einen asonanten Reim besitzen. Im Prinzip genau wie eine Suchmaschine funktioniert.

Was bedeutet das nun für das rappende Volk? Ist der Computer wirklich besser? Meiner Meinung nach sind die entstandenen Texte zwar ganz gut, aber es fehlt, was vielen menschlichen Rappern auch fehlt: Das Erzählen einer Geschichte oder die Message. Ihr müsst euch zumindest derzeit noch keine Sorgen machen vor dem Computer machen, aber das Projekt an sich ist schon spannend. Mich würde interessieren, wie die Software beim Deutschen abschneidet und wer da die besten Reime abliefert. Vielleicht fragen wir aber auch erstmal noch den Boss, ob das überhaupt etwas mit HipHop zu tun hat.

Hollywood könnte die größte Internetfirma der Welt haben

sagt zumindest Kim Dotcom in einem aktuellen Interview mit Bloomberg. Ist zwar ein bisschen kurz, aber er spricht denke ich das richtige Problem an: Die Tatsache, dass gerade bei Videos die Piraterie vor allem damit zusammenhängt, dass die Distribution der Inhalte so schlecht ist und niemand mehr bereit ist, ein halbes Jahr zu warten, bis er den Film irgendwo käuflich erwerben kann.

The War on Concepts

Bei der Re:publica gab es einen schönen Vortrag von Annie Machon, einer ehemaligen Mitarbeiterin des MI:5 und Whistleblowering. Es geht dabei um die Kriege, die gegen Konzepte wie Drogen, Terror, Whistleblower usw. geführt werden. Der Vortrag erklärt die Zusammenhänge zwischen den Kriegen in den letzten Jahren im Irak und Afghanistan in Verbindung mit der Überwachung des Internets und dem Kampf gegen Drogen, der komplett wirkungslos ist und einzelne Länder zurück in die Steinzeit bombt.

Seven on Seven 2015

Seven on Seven ist ein Kunstprojekt, bei dem immer eine Hacker*in und eine Künstler*in ein gemeinsames Projekt verwirklichen im Spannungsfeld zwischen Kunst und Technik. Dieses Jahr gibt es unter anderem ein Projekt zwischen Ai Weiwei und Jacob Appelbaum, der unter anderem bei TOR und Wikileaks engagiert ist. Bei der Zeit gibt es einen schönen Artikel und auf der Offiziellen Seite eine Übersicht.

Solche Projekte zeigen, dass sich Technik und Kunst sehr wohl ergänzen und nicht ausschließen.