Quantified Self

Bei Zeit Online gibt es zurzeit eine interessante Artikelserie zum Thema Quantified Self. Heute gab es ein Interview mit Stephen Wolfram, dem Erfinder von Mathematica. Es propagiert, dass wir so viele Daten wie möglich sammeln sollen.

Ich finde besonders spannend, dass er selbst zugibt, dass er sich von Anfang an nicht überlegt, was er mit den ganzen Daten machen will, sondern sie einfach mal sammelt, in der Annahme dass man sie irgendwann mal wieder nutzen könnte.

Ich finde, da spielen zwei Entwicklungen mit rein: zum einen ist es technisch möglich, so ziemlich alles zu messen, angefangen dabei, wie viele Daten ein Smartphone permanent sowieso sammelt. Zum anderen werden durch Wearables viele Geräte, die in den letzten Jahren autonom Daten sammelten, wie z.B. Sportuhren auch ersetzt werden durch eine Uhr bzw. Armband und ein Smartphone.

Für Sportler ist es sehr sinnvoll, mit technischen Hilfsmitteln zu trainieren. Somit kann man den Trainingserfolg besser messen. Andererseits stellt sich mir die Frage, wofür es gut sein soll, alle Daten zu sammeln. Ich habe immer das Problem, dass die Daten für sich keine Erkenntnis bereithalten, sondern nur Daten sind. Um Erkenntnisse zu gewinnen, müssen sie ausgewertet werden und ich sollte irgendeine Vorstellung haben, was ich messen will. Im Sport wäre dies einfach, wie lange ich für meine Joggingstrecke benötige und wie sich mein Puls entwickelt. In meinem täglichen Leben fehlen mir diese Anwendungen. Außerdem stellt sich immer die Frage, wer die Daten sammelt und sie dann zu Werbezwecken auswertet.