Es ist zwar irgendwie der 1000. Artikel…

gegen sinnlose Überwachung durch den BND, aber vielleicht passiert ja jetzt endlich mal was.

Eine schöne Sache wäre ja, wenn unsere „Regierung“ mal vor der eigenen Türe kehren würde, den Geheimdienst einschränken und dann noch gleichzeitig die Vorratsdatenspeicherung abschaffen würde. Dann könnte man im zweiten Schritt vielleicht mit „Verbündeten“ verhandeln und dafür sorgen, dass diese uns auch (weniger) abhören.

Quantified Self

Bei Zeit Online gibt es zurzeit eine interessante Artikelserie zum Thema Quantified Self. Heute gab es ein Interview mit Stephen Wolfram, dem Erfinder von Mathematica. Es propagiert, dass wir so viele Daten wie möglich sammeln sollen.

Ich finde besonders spannend, dass er selbst zugibt, dass er sich von Anfang an nicht überlegt, was er mit den ganzen Daten machen will, sondern sie einfach mal sammelt, in der Annahme dass man sie irgendwann mal wieder nutzen könnte.

Ich finde, da spielen zwei Entwicklungen mit rein: zum einen ist es technisch möglich, so ziemlich alles zu messen, angefangen dabei, wie viele Daten ein Smartphone permanent sowieso sammelt. Zum anderen werden durch Wearables viele Geräte, die in den letzten Jahren autonom Daten sammelten, wie z.B. Sportuhren auch ersetzt werden durch eine Uhr bzw. Armband und ein Smartphone.

Für Sportler ist es sehr sinnvoll, mit technischen Hilfsmitteln zu trainieren. Somit kann man den Trainingserfolg besser messen. Andererseits stellt sich mir die Frage, wofür es gut sein soll, alle Daten zu sammeln. Ich habe immer das Problem, dass die Daten für sich keine Erkenntnis bereithalten, sondern nur Daten sind. Um Erkenntnisse zu gewinnen, müssen sie ausgewertet werden und ich sollte irgendeine Vorstellung haben, was ich messen will. Im Sport wäre dies einfach, wie lange ich für meine Joggingstrecke benötige und wie sich mein Puls entwickelt. In meinem täglichen Leben fehlen mir diese Anwendungen. Außerdem stellt sich immer die Frage, wer die Daten sammelt und sie dann zu Werbezwecken auswertet.

BigBrotherAwards 2015

DigitalCourage hat mal wieder die BigBrotherAwards verliehen. Die Preisträger im Einzelnen:

  • Bundesnachrichtendienst
  • Amazon Logistik GmbH in Bad Hersfeld und die Amazon Koblenz GmbH
  • „Hello Barbie“ von den Firmen Mattel und Toytalk
  • Amazon Mechanical Turk und Elance-oDesk
  • Bundesministerium für Gesundheit, vertreten durch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe
  • Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Ex-Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich
  • Neusprech-Award: Digitale Spurensicherung

Gewinner des abends waren damit unsere Sicherheitsbehörden und Amazon, die sich über zwei Auszeichnungen freien konnten.

Heute ist ein trauriger Tag für alle Netzaktivisten

… und ein guter Tag auf dem Weg zum Polizeistaat. Es ist beschlossen, dass die Vorratsdatenspeicherung wieder eingeführt wird. Damit werden ohne Anlass alle Verbindungsdaten von Telefonen gespeichert. Eine gute Übersicht mit vielen Meinungen dazu hat Netzpolitik.org zusammengestellt. Beim Spiegel gibt es ebenfalls noch einen aktuellen Artikel zum Thema und ebenfalls bei Netzpolitik eine Übersicht über die neuen Pläne. Achtet auf den Tweet links oben. Was da steht, ist natürlich immer noch richtig, aber unser Justizminister hat seine Meinung komplett geändert oder konnte dem Druck der Law and Order Fraktion nicht mehr standhalten.

Was auch nicht vergessen werden darf: Es hilft, Initiativen wie Netzpolitik.org oder auch dem CCC zu spenden. Dadurch können diese Organisationen gegen solche Gesetze vorgehen und eine Lobby aufbauen, um unsere Meinung zu vertreten.

Künstliche Intelligenz und die Arbeitswelt morgen

Vorhersagen sind in der Regel schwierig, besonders dann, wenn sie die Zukunft betreffen. Doch was in Zukunft Realität werden kann, illustriert dieser schöne Artikel bei Golem.de. Es geht um ein Hotel, das quasi kein Personal mehr benötigt, weil alle Arbeit von Robotern übernommen wird. Ein solches Hotel wurde diese Woche in Japan eröffnet. Auch sehr empfehlend zu dem Thema ist die Diskussion und ein toller Film namens Humans need not apply. Dieser listet auf, welche Jobs in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr von Menschen gemacht werden.

Ich finde diese ganze Thematik sehr spannend und für mich fällt auch auf, dass die Idee eines Bedinungslosen Grundeinkommens gar nicht so abwegig ist.