Die FLOSSI auf dem 31C3

Zwischen Weihnachten und Neujahr, wenn die meisten Menschen mehr oder minder gut gelaunt bei ihren Familien sind, lädt der Chaos Computer Club zu seinem jährlichen Kongress. Auch wir als FLOSSI wollten dieses Mal teilnehmen. Also trafen wir uns, nachdem wir die elektronischen Geräte unserer Eltern auf den neuesten Stand gebracht hatten (eine nicht-repräsentative Umfrage ergab, dass es inzwischen meistens zwischen 5 und 10 sind, Tendenz steigend) nach Hambug zum Kongress.

Der Hauptbestandteil waren die Vorträge. Es wurden für ziemlich jede Form von elektronischen Geräten Hacks vorgestellt und (wie jedes Jahr) blieb die Erkenntnis, dass nichts sicher ist, egal welcher Hersteller und welche Software auf dem Gerät läuft. Außerdem gab es weitere Vorträge, die sich mehr mit der politischen Dimension der Spionage von Geheimdiensten und dem fortschreitenden Weg in den Überwachungsstaat widmeten.

Was bei den Vorträgen natürlich nicht rüberkommt ist die Atmosphäre auf dem Kongress. Das ganze Kongresszentrum war sehr gut gefüllt (10000 Teilnehmer!!) und an allen Ecken wurde irgendetwas gebaut oder programmiert. Und das beste daran war, dass die Leute sehr nett waren und man in der Regel eine sehr ausführliche Erklärung bekam, was genau gemacht wurde und was daran so toll war. Außerdem gab es viele Stände, wo man sich mit nerdigen Postern eindecken konnte, ein T-Shirt besticken konnte oder sich Lichtbildausweise erstellen lassen konnte.

Was auffiel war, dass kaum Bilder gemacht wurden. Alle waren sehr auf Datenschutz und ihre Privatsphäre besorgt, dafür schleppten fast alle Notebooks oder Tablets mit sich herum und saßen auch gern mal auf dem Boden, um zu programmieren oder E-Mails zu schreiben. Dies sorgte für ein gewisses Hippie-Flair.

Alles in allem war der 31C3 eine coole Veranstaltung und ein schöner Ausflug der FLOSSI. Falls ihr keine Zeit habt, die empfohlenen Vorträge anzuschauen, schaut euch zumindest das schöne Video an, warum wir alle Überwachung so toll finden. https://www.youtube.com/watch?v=qGvZveB1osw

Die TAZ titelte, dass der Kongress des CCC die größte Veranstaltung von Autonomen sei. Heise schreibt, dass die Hacker nun in der Mitte der Gesellschaft angekommen seien. Vielleicht führt dies auch dazu, dass die angesprochenen Themen mehr den Mainstream-Medien ankommen und unsere Politiker ab und an auf die Experten des CCC hören.

Alle Videos könnt ihr unter http://media.ccc.de/browse/congress/2014/ ansehen. In den nächsten Tagen wird es einen weiteren ausführlichen Post geben mit unseren Empfehlungen.

Wer sich erstmal einlesen will, bekommt auch einen guten Überblick bei Golem.

Unsere ersten Empfehlungen:

In Anlehnung an die Security Nightmares wünsche ich euch allen ein gutes neues Jahr 1984.