Cyanogenmod auf einem Samsung S3 Mini

Heute möchte ich euch meine Erfahrungen beim Aufspielen eines alternativen Betriebssystems (in diesem Fall Cyanogenmod) auf ein Android-Smartphone (in diesem Fall das Samsung Galaxy S3 Mini). Zuerst vorweg: Wenn man das Betriebssystem des Smartphones ändert, verliert man unter Umständen die Garantie des Herstellers. Es kann auch passieren, dass das Smartphone danach gar nicht mehr funktioniert, dann hat man natürlich auch ein Problem.

Da ich mich ein wenig von Google befreien wollte und auch Lust hatte an dem Smartphone herumzuspielen, wollte ich zuerst ein gerootetes (mit vollem Systemzugriff versehenes) Android auf das Smartphone spielen. Bei Samsung gibt es ein schönes Programm names Odin, mit dem man sehr bequem das Betriebssystem löschen und ein neues draufspielen kann. Das Ganze dauert ca. 5-10 Minuten. Nachdem ich das gerootetes Betriebssystem auf dem Handy hatte, der entscheidende Moment: Das Smartphone bootete nicht mehr. Also die ganze Prozedur noch einmal. Am Ende hatte es dann zwar funktioniert, aber so richtig glücklich war ich damit auch nicht. Selbst wenn ich volle Rechte auf dem Smartphone habe, bekomme ich keine neue aktuelle Version von Android. Also entschied ich mich, ein komplett freies Betriebssystem nämlich Cyanogenmod bzw. die Modifikation PacMan OS zu verwenden.

Ich probierte den Tag über mehrere Versionen und Modifikationen von Cyanogenmod aus, blieb am Ende jedoch bei der aktuellen Version von PacMan OS. Mir gefällt das Design sehr gut und das Smartphone funktioniert auch wieder wie vorher. Weiteres sehr tolles Feature ist, dass man die Rechte von Apps festlegen kann.

Am Ende entschied ich mich dann dafür, doch wieder Google Apps zu installieren, um über den Google App Store Apps herunterladen zu können. Funktioniert soweit auch wunderbar, allerdings habe ich noch keinen Weg gefunden, diese Apps dann wieder zu deinstallieren. Weiteres Ärgernis ist, dass bei Cyanogenmod viele Aufgaben, die unter dem Samsnung-Android lokal erledigt werden konnten (z.B. Kalendereinträge), eine Verbindung zu einem Google-Konto nötig ist. Dies ist meiner Meinung nach total unnötig und schmälert die Vorteile von Cyanogenmod wieder. Was bringt mir ein freies Betriebssystem, wenn ich am Ende trotzdem wieder alle meine Daten mit Google synchronisieren muss?

Zu guter Letzt fand ich noch einen App Store, der ganz nach meinem Geschmack ist: F-Droid. In diesem App Store gibt es fast nur freie Software (andere Apps werden gekennzeichnet) und man kann auch ohne Registrierung Apps herunterladen. Das Ganze funktioniert im Prinzip wie die App Stores bei Ubuntu. Eine gute Zusammenstellung über weitere App Stores gibt es bei Giga und digitaltrends.com.

Ich benutze mein Smartphone unter Cyanogenmod nun schon fast zwei Wochen und es funktioniert alles wunderbar. Durch die freien Apps von F-Droid habe ich jetzt ein besseres Gefühl bei den Apps, die ich installiere und bei allen anderen kann ich die Zugriffsrechte einschränken, sodass nicht jede App auf meine persönlichen Daten zugreift. Ich würde jedem empfehlen, der Lust am Basteln hat, sich einmal damit auseinanderzusetzen, ein alternatives Betriebssystem auf sein Android-Smartphone zu installieren. Eine gute erste Anlaufstelle ist die Seite xda-developers.com. Allerdings gilt bei Smartphones anders als bei PCs, dass man viel mehr aufpassen und muss und wirklich nur ein alternatives Betriebssystem aufspielen sollte, wenn man weiß, was man tut. Ein falsches Betriebssystem kann dazu führen, dass das Smartphone gar nicht mehr funktioniert und wenn ihr ein alternatives Betriebssystem installiert, verliert ihr in der Regel die Garantie auf das Gerät. Geht also etwas schief, bleibt ihr wahrscheinlich auf dem Schaden sitzen.

Trotz allem viel Spaß beim Ausprobieren. Einen schönen Beitrag zu dem Thema gab es in letzter Zeit auch beim Podcast der c’t.