Brückentechnologie

Worum geht’s?

Gegeben seien zwei Rechner. Der eine mit einer Netzwekkarte sowie Internetzugang via WLAN. Ferner ein zweiter Rechner ohne Internetzugang und ohne WLAN, aber einer Netzwerkkarte. Ziel ist es die beiden Rechner so via Ethernet zu verbnden, dass beide Rechner Internetzugang haben. Die WLAN-Verbindung soll also via Ethernetbruecke dem anderen Rechner ermoeglicht werden.

Wie macht man das?

Man findet im Netz Anleitungen, dies mit Brückentechnologie (bridge-utils) zu machen. Dazu ist uns bisher kein empirischer Beweis gelungen. Stattdessen macht man den Rechner mit WLAN-Internet-Zugang zu einem NAT-Server und DHCP-Server: Erst schauen wir mal:

# cat /proc/sys/net/ipv4/ip_forward

Wenn die Ausgabe ‚1‘ ist, lassen wir das so. Andernfalls

# echo 1 /proc/sys/net/ipv4/ip_forward

Danach schreiben wir eine Routingregel wie folgt:

# iptables -t nat -A POSTROUTING -o wlan0 -j MASQUERADE

Dies macht den Rechner zum NAT-Server, der die WLAN-Verbindung zum Ethernet weiterleitet. NAT-Server bedeutet, zum WLAN-Anschluss nur der NAT-Server sichtbar ist. Die beteiligten Rechner sollten im gemeinsamen lokalen Netz sein, also geeignete IP-Adressen haben, so dass der NAT-Server die Adressen uebersetzne kann. Die IP des NAT-Servers sollte fest sein, um die Konfigurationen nicht aendern zu muessen. Dazu konfiguriert man ggf den DHCP, ueber den die beteiligten Rechner ihre IP beziehen, oder macht den NAT-Server selbst zum DHCP-Server. Im letzteren Fall gehen wir wie folgt vor: Wir geben dem Rechner eine feste IP-Adresse:

# ifconfig eth0 10.0.0.1 netmask 255.255.255.0 up

Wir installieren einen DHCP-Server. Wir empfehlen ‚isc-dhcp-server‘:
# apt-get install isc-dhcp-server

Dieser konfiguriert automatisch Datei dhcpd.conf im Ordner etc/dhcp.

und fragt:

Configuration file `dhcpd.conf' == File on system created by you or by a script. == File also in package provided by package maintainer. What would you like to do about it ? Your options are: Y or I : install the package maintainer's version N or O : keep your currently-installed version D : show the differences between the versions Z : start a shell to examine the situation The default action is to keep your current version. *** dhcpd.conf (Y/I/N/O/D/Z) [default=N] ?

Wir empfehlen ‚I‘ zu drücken, um eine Vorkonfiguration zu haben. Wir editieren diese Konfiguration wie folgt:

option domain-name "example.org"; -> #option domain-name "example.org";

option domain-name-servers ns1.example.org, ns2.example.org; -> #option domain-name-servers ns1.example.org, ns2.example.org;

Nun folgende Zeilen hinten einfügen:

# subnet 10.0.0.0 netmask 255.255.255.0 { range 10.0.0.100 10.0.0.120; option routers 10.0.0.1; option domain-name-servers 194.150.168.168; #hier ggf andere IP-Adresse benutzen }

Starte den DHCP-Server:

# service isc-dhcp-server start

Wenn man nun den Rechner ohne WLAN per Ethernet-Kabel mit dem NAT-DHCP-Server verbindet, sollte man auch auf dem WLAN-freien Rechner Internetzugang haben.

Viel Spass!

Betriebssysteme

Im folgenden Artikel will ich ein paar Grundlagen über Betriebssysteme vermitteln und auch ein paar Eigenheiten von Linux-Systemen vorstellen. Der Fokus liegt dabei auf Ubuntu, bzw. Ubuntu-Derivaten wie Linux Mint.

Bits: Es gibt immer eine Version für 32bit-Systeme und 64bit-Systeme. Generell gilt: Wenn ihr euch unsicher seid, welche Version auf eurem Rechner läuft, nehmt die 32bit-Version. Allerdings können diese Systeme nicht mehr als 3Gb Arbeitsspeicher verwalten. Also schaut am besten unter Systemsteuerung > System nach, wie viel Arbeitsspeicher euer Rechner hat. Wenn es mehr als 3gb sind, nehmt die 64bit-Version, ansonsten die 32bit Version

DualBoot: Das bedeutet, das zwei Betriebssysteme auf eurem Rechner installiert sind. Vorteil davon ist, dass ihr bei Bedarf auf das andere Betriebssystem wechseln könnt und damit die Vorteile von beiden Systemen habt.

Support bei Linux-Systemen: Bei Microsoft ist dies sehr einfach geregelt: Ihr kauft eine Version (z.B. Windows XP) und nach einem gewissen Zeitpunkt gibt es keine Updates mehr und ihr müsst ein neues Betriebssystem kaufen. Den Linux-Entwicklern ist es wichtig, die Nutzer möglichst lange mit Updates zu versorgen. Bei Ubuntu gibt es deshalb alle 6 Monate ein großes Update, so ähnlich wie ein Service Pack für Windows. Gleichzeitig gibt es dann jedoch für die alte Version später keine Updates mehr, ihr müsst also updaten von einer alten Version (in der Regel werden die Versionen 9 Monate mit Updates versorgt). Ausnahmen sind die sogenannten LTS-Versionen. Diese sind v.a. für Server und professionelle Anwendungen gedacht und bekommen 5 Jahre lang Updates. Wenn ihr also 5 Jahre lang Ruhe haben wollt, nehmt eine LTS-Version. Die aktuelle Ubuntu-Version 14.04 ist übrigens eine LTS-Version, der Zeitpunkt für einen Umstieg ist also günstig.

Updates: Unter Linux könnt ihr euer ganzes System auf einmal updaten. Ihr müsst nicht jedes Programm öffnen und prüfen, ob Updates verfügbar sind. Das übernimmt alles Linux für euch. Ihr müsst nur das Update für das Betriebssystem ausführen und schon sind auch alle Programme wieder aktuell.

Derivate/Distributionen: Ein Linux-Betriebssystem wird auch als Distribution bezeichnet. Da der Quelltext offen ist, kann theoretisch jeder seine eigene Linux-Distribution machen. Außerdem kommt es auch oft vor, dass jemand eine bereits vorhandene Distribution nimmt und dann eine eigene Version davon erstellt, so etwas nennt man dann „Derivat“. Linux Mint ist z.B. ein Derivat von Ubuntu, was bedeutet, dass alle Programme, die auf Ubuntu funktionieren, auch auf Linux Mint funktionieren. Eine Übersicht über die beliebtesten Distributionen gibt es unter distrowatch.com.

Cyanogenmod auf einem Samsung S3 Mini

Heute möchte ich euch meine Erfahrungen beim Aufspielen eines alternativen Betriebssystems (in diesem Fall Cyanogenmod) auf ein Android-Smartphone (in diesem Fall das Samsung Galaxy S3 Mini). Zuerst vorweg: Wenn man das Betriebssystem des Smartphones ändert, verliert man unter Umständen die Garantie des Herstellers. Es kann auch passieren, dass das Smartphone danach gar nicht mehr funktioniert, dann hat man natürlich auch ein Problem.

Da ich mich ein wenig von Google befreien wollte und auch Lust hatte an dem Smartphone herumzuspielen, wollte ich zuerst ein gerootetes (mit vollem Systemzugriff versehenes) Android auf das Smartphone spielen. Bei Samsung gibt es ein schönes Programm names Odin, mit dem man sehr bequem das Betriebssystem löschen und ein neues draufspielen kann. Das Ganze dauert ca. 5-10 Minuten. Nachdem ich das gerootetes Betriebssystem auf dem Handy hatte, der entscheidende Moment: Das Smartphone bootete nicht mehr. Also die ganze Prozedur noch einmal. Am Ende hatte es dann zwar funktioniert, aber so richtig glücklich war ich damit auch nicht. Selbst wenn ich volle Rechte auf dem Smartphone habe, bekomme ich keine neue aktuelle Version von Android. Also entschied ich mich, ein komplett freies Betriebssystem nämlich Cyanogenmod bzw. die Modifikation PacMan OS zu verwenden.

Ich probierte den Tag über mehrere Versionen und Modifikationen von Cyanogenmod aus, blieb am Ende jedoch bei der aktuellen Version von PacMan OS. Mir gefällt das Design sehr gut und das Smartphone funktioniert auch wieder wie vorher. Weiteres sehr tolles Feature ist, dass man die Rechte von Apps festlegen kann.

Am Ende entschied ich mich dann dafür, doch wieder Google Apps zu installieren, um über den Google App Store Apps herunterladen zu können. Funktioniert soweit auch wunderbar, allerdings habe ich noch keinen Weg gefunden, diese Apps dann wieder zu deinstallieren. Weiteres Ärgernis ist, dass bei Cyanogenmod viele Aufgaben, die unter dem Samsnung-Android lokal erledigt werden konnten (z.B. Kalendereinträge), eine Verbindung zu einem Google-Konto nötig ist. Dies ist meiner Meinung nach total unnötig und schmälert die Vorteile von Cyanogenmod wieder. Was bringt mir ein freies Betriebssystem, wenn ich am Ende trotzdem wieder alle meine Daten mit Google synchronisieren muss?

Zu guter Letzt fand ich noch einen App Store, der ganz nach meinem Geschmack ist: F-Droid. In diesem App Store gibt es fast nur freie Software (andere Apps werden gekennzeichnet) und man kann auch ohne Registrierung Apps herunterladen. Das Ganze funktioniert im Prinzip wie die App Stores bei Ubuntu. Eine gute Zusammenstellung über weitere App Stores gibt es bei Giga und digitaltrends.com.

Ich benutze mein Smartphone unter Cyanogenmod nun schon fast zwei Wochen und es funktioniert alles wunderbar. Durch die freien Apps von F-Droid habe ich jetzt ein besseres Gefühl bei den Apps, die ich installiere und bei allen anderen kann ich die Zugriffsrechte einschränken, sodass nicht jede App auf meine persönlichen Daten zugreift. Ich würde jedem empfehlen, der Lust am Basteln hat, sich einmal damit auseinanderzusetzen, ein alternatives Betriebssystem auf sein Android-Smartphone zu installieren. Eine gute erste Anlaufstelle ist die Seite xda-developers.com. Allerdings gilt bei Smartphones anders als bei PCs, dass man viel mehr aufpassen und muss und wirklich nur ein alternatives Betriebssystem aufspielen sollte, wenn man weiß, was man tut. Ein falsches Betriebssystem kann dazu führen, dass das Smartphone gar nicht mehr funktioniert und wenn ihr ein alternatives Betriebssystem installiert, verliert ihr in der Regel die Garantie auf das Gerät. Geht also etwas schief, bleibt ihr wahrscheinlich auf dem Schaden sitzen.

Trotz allem viel Spaß beim Ausprobieren. Einen schönen Beitrag zu dem Thema gab es in letzter Zeit auch beim Podcast der c’t.

Mimi and Eunice

Die Künstlerin Nina Paley ist die Zeichnerin der Comics mit Mimi und Eunice. Diese sind völlig frei verwendbar. Die beiden gnubbeligen Figuren stellen insbesondere das geltende Copyright in Frage, widmen sich aber auch oft anderen sozialen oder gesellschaftspolitischen Themen. Stöbert selbst im Comicblog!
Exploitation
Auch in den „Minute Meme“-Videos tauchen Mimi und Eunice auf, z. B. in „Copying is not Theft„.